Melanie Garside alias Maple Bee ist eine junge Londoner Musikerin, welche mit „Home“ ihr zweites Album veröffentlicht. Die Britin ist längst kein unbeschriebenes Blatt mehr: Bekannt ist sie hierzulande hauptsächlich als Sängerin und Songwriterin der „Mediaeval Babes“. Außerdem spielt sie Bass bei „Queen Adreena“, der Band Ihrer Schwester und ist als Gitarristin und Sängerin bei den „Vertigo Angels“ tätig.

Die Multiinstrumentalistin macht popigen Elektro-Folk und wird gerne mit Sängerinnen wie Emilie Simon, Tori Amos oder Kate Bush verglichen. Zugegeben: Der Vergleich mit Kate Bush hinkt etwas, aber scheinbar muss jede Sängerin im Indie-Bereich ihn früher oder später über sich ergehen lassen.

„Home“ klingt zunächst recht unspektakulär; Solide Popmelodien wie bei „While you were sleeping“, „Quiet the Silent“ und „Mirror“ klingen zwar ganz schön, aber nicht bahnbrechend. Die einfachen Harmonieabfolgen und Maple Bees sanfter, melodischer Gesang lullen angenehm ein, reißen aber nicht vom Hocker.

Maple Bees weiche Stimme kommt bei den ruhigeren Balladen auf dem Album deutlich besser zur Geltung. Doch auch hier gibt es starke Unterschiede. Während „No place“ und „Somebody take me Home“ durch ihren akustischen Charakter und ihren schwermütigen Inhalt bestechen, klingt der 8. Titel „Sweetness“ zu süß und kitschig. Weitere Balladen sind „Me and Rose“ und „So Far From Lost“. Besonders bei letzerem überzeugt die einfache, aber so glasklar und zart gesungene Melodie.

Dass Melanie Garside auch anders kann beweist sie beim 6. und 7. Albumtitel. Die Stücke sind weniger popig und süß, dafür aber einen Tick experimenteller. Ihre Musik klingt bei diesen Stücken viel echter und tiefgründiger. Besonders „I want it all“ klingt gar wie aus der Feder der Trip-Hop-Größe Portishead. Auch der letzte Albumtitel „This Face This Name“ gehört zu den Höhepunkten des Albums. Das Stück wirkt nach den vielen ruhigen Balladen wie eine rockige Offenbarung, ein Aufwachen nach sachtem Halbschlaf. Davon bitte mehr liebe Mapple Bee!

„Home“ ist ein Album welches Offenbarungen verspricht, aber letztendlich hauptsächlich soften Kuschelpop bietet. Sobald sich Maple Bee jedoch von den schnöden Popmelodien löst, macht sie ganz große Musik mit Klangtiefe und Herz. Es bleibt zu hoffen, dass Maple Bee in Zukunft Die Popmusik hinter sich lässt und weitere Hits präsentiert, wie sie vereinzelt auch schon auf „Home“ zu finden sind.

Autor: Sylvia

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