Mediavolo – Das ist eine französische Band, welche weniger mittelalterlich klingt, als ihr Bandname vermittelt. Gut so, denn die Mischung aus poppig-rockiger Musik und Feengleichem Gesang klingt absolut einzig- bzw. großartig. Mit „Unaltered Empire“ veröffentlicht die 5-köpfige Band rund um Sängerin Geraldine bereits ihr 3. Album.

Mit „Treasure Box“ ist Mediavolo ein ruhiger und doch glanzvoller Auftakt zu ihrem Album gelungen. Zunächst nur mit E-Gitarre und Gesang gewinnt das Stück nach und nach an Klangtiefe, ohne jedoch seine innere Ruhe zu verlieren. Durch Akzente von Glockenspiel, Klavier, E-Bass und einigen Streichinstrumenten bleibt das Stück trotzdem spannend.

Mediavolo können aber auch anders, wie sie es bei „Dry and Brave“ zeigen. Zwar ist der Song ebenfalls verträumt, aber im Vergleich viel rockiger. Wer die neuen „Anathema“ mag, der wird auch dieses Stück mögen, vorausgesetzt er kommt mit der sehr hohen (dafür aber auch sehr klaren und schönen) Frauenstimme klar. Eben diese Stimme macht die Musik von Mediavolo wirklich unverwechselbar. Der Vergleich mit Künstlern wie Kate Bush liegt nahe, denn auch Geraldines Stimme klingt sogar in unglaublich hohen Tonlagen noch kraftvoll und melodiös.

Bei der traurigen Ballade „Black Roses“ hat es die Sängerin in der Tonhöhe jedoch etwas übertrieben, denn hier klingt sie ausnahmsweise etwas gedrückt und gequält. Tiefere Töne entlockt die Dame bei „Selling Birds“ ihren Stimmbändern. Bei dem inspirierenden und eingängigen Popstück stehen eher die Gitarrenparts im Vordergrund.
Ganz egal wie unbekannt die französische Band sein mag, die Gitarristen bei dem Quintett scheinen ihr Handwerk zu verstehen und sorgen nicht nur für tolle Hintergrundmusik, sondern legen mit Ihren Instrumenten tolle Soli hin. So eben auch bei „Backroom of my mind“, einem untypisch düsterem Stück, bei dem sich düstere Bassklänge mit der betörenden Stimme von Geraldine abwechseln und mischen. Eine ähnliche, jedoch nicht ganz so düstere und hochkarätige Mischung gibt es bei „To the eye“. Das Stück verliert gegen Ende leider an Klasse und ähnelt zunehmends eine zweitklassigen Popballade.
Poppig, aber nicht unbedingt langweilig klingen auch „Dr. Quayle“ und „Cavalry Drums“ (welches übrigens gar nicht nach Kavallerietrommeln klingt). Die Stücke werden zwar durch ihre eingängigen Melodien geprägt, warten aber mit brillant klingenden Strophen auf.

Ein Höhepunkt auf dem Album ist der für die LP namensgebende Titel „Unaltered Empire“. Trotz ungewöhnlicher Klangabfolgen zaubern Mediavolo hier eine wunderbar vertraute Wohlfühlstimmung ohne dabei zu kitschig oder zu experimentell zu werden.

Ähnlich wie das Album angefangen hat, endet es auch wieder: „Fanciest scheme“ besticht durch einen ruhigen, hochkarätigen Sound mit Glockenspiel und Gesang.
Doch halt, da kommt ja noch was! Als Hidden Track ist noch ein kurzer, sakrale A-Capella Part auf dem Album versteckt, der in einem eher unspektakulären ausgefadeten Schluss endet. Naja, vielleicht ist es besser, dass der Titel versteckt wurde, denn an die Klasse des übrigen Albums kommt er nicht ran; mit „Unaltered Empire“ ist Mediavolo ein kleines Meisterwerk gelungen.

Ein Tipp: Beim Label Prikosnovénie gibt es da Album übrigens schon für 14 Euro, statt wie bei Amazon für 19,99 Euro.

Autor: Sylvia

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