Es ist mal wieder so weit: das neoklassische Urgestein In The Nursery möchte eure Herzen mit einem neuen Album erfreuen. “The Passion Of Joan Of Arc” soll jenes neueste Werk heißen, welches am 26. September erstmalig über die Ladentheken gehen wird. Was euch erwartet erfahrt ihr hier.

Der Titel wird sicher dem Ein oder Anderen geläufig sein. Kein Wunder, denn bei “The Passion Of Joan Of Arc”, oder auch “La Passion de Jean d´Arc” handelt es sich um einen französischen Stummfilm des Jahres 1928, der bis heute als eines der absoluten Glanzstücke des Stummfilm Genres gilt. Ursprünglich hatte Regisseur Carl Theodor Dreyer vorgesehen, dass der Film in kompletter Stille gezeigt werden sollte. Doch bei einem solch legendären Streifen war es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis jemand sich traute, diese Linie zu überschreiten.

In den Neunzigern wurde – von Komponist Richard Einhorn – erstmalig eine musikalische Begleitung für den Film veröffentlicht. Und weil es so schön war seither immer wieder! So kommt es, dass nun auch das Künstlerprojekt In The Nursery, für die Filmmusik ja nun wirklich kein Neuland mehr ist, einen Versuch wagt, diesen Film klanglich zu untermalen.

Ihr habt den Film nicht gesehen und wisst auch nicht wo ihr ihn kurzfristig auftreiben könnt? Das ist kein Problem. Lehnt euch einfach auf dem Sofa zurück, schließt die Augen und hört zu. In The Nursery liefert euch so aussagekräftige, stimmungsvolle Musik, dass in eurem Kopf euer eigener kleiner Film ablaufen wird. Wenn ihr euch plötzlich durch erhebende Klänge in eine geradezu feierliche Stimmung versetzt fühlt, dann hört ihr gerade wahrscheinlich “God´s Promise”, während “State of Grace” mit Leichtigkeit und Stärke zugleich ein wenig nachdenklich stimmt. Man muss durchaus kein Cineast sein, um diese musikalisch umgesetzten Gefühle wahr zu nehmen.

Allgemein betrachtet ist die Stimmung leicht düster, mysteriös und melancholisch gehalten – passend zum Inhalt des Films, aber auch andere Emotionen von Entschlossenheit über Ernst bis hin zu Harmonie sind enthalten. Um es zusammen zu fassen: Alle Höhen und Tiefen des Gefühlsspektrums. Ähnlich steht es auch mit dem musikalischen Pendant. Sehr dominant sind Klavier und Streicher, doch auch verschiedene Zupf- und Blasinstrumente wirken mit. Alles in allem ein sehr schön abgerundetes Ensemble, was noch durch hallende Effekte und Echos verstärkt wird, und Liedern wie “To Prepare For Death” einen sphärischen Beigeschmack verleiht.

Tanzflächenfanatische Ohrwurm Fetischisten werden mit dieser instrumental gehaltenen CD vielleicht nicht allzu viel anfangen können, doch wer gerne stilvolle Ambient Musik mit voller Orchesterbesetzung im neoklassischen Stil mag, wird diese Scheibe mit 17 Tracks und einer Gesamtspiellänge von stolzen 78 Minuten mit Sicherheit als eine Bereicherung seiner Musiksammlung empfinden.

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