Seit Mai vergangenen Jahres haben sich Mic-L, Adam`s Sky und Ray zwecks musikalischer Synthi-Pop Kreationen unter dem Namen Ultima Bleep zusammengeschlossen. Und dieser Zusammenschluss trägt nun Früchte: Am 22. August wird ihr Album “I” beim Indie Label Major Records erscheinen.

Das Album enthält 11 Tracks auf deutscher, englischer und französischer Sprache, mit einer Gesamtspiellänge von stolzen 51 Minuten. Alleine an dieser stattlichen Dauer kann man erahnen, dass man sich von der Frische dieser Konstellation nicht abschrecken lassen sollte. Denn blutige Anfänger sind die drei Herren aus Niedersachsen nun wirklich nichtmehr. Was Musik betrifft, schleppen sie schon einen ganzen Haufen Erfahrung mit sich herum.

Und das kann man wirklich hören. Während das Cover des Albums eher simpel und steril gehalten ist, beinahe etwas trist und unansprechend, ist die Musik abgerundet und ausgereift. Es werden viele klangliche Elemente gekonnt eingesetzt und miteinander kombiniert. Also von rein optischen Aspekten bitte nicht abschrecken lassen!

Was sich wie ein roter Faden durch sämtliche Stücke zieht, sind die messerscharfen, glasklaren Klänge. Hier gibt es kein dumpfes Gemurmel und verwischte Harmonien. Stattdessen aber häufigen Hall und Echos. Dies trifft sowohl auf die instrumentale Seite, wie auch auf den Gesang zu. Mic-Ls Stimme ist rein und stark. Er hält die Tonlage exakt, egal ob höhere oder tiefere Töne und formt die Wörter, als würde er sie mit einer spitzen Schere aus Papier ausschneiden, ordentlich und sauber. Nur bei manchen etwas ruhigeren Liedern lässt er sie sanfter ausklingen. All dies gibt der Musik eine klare, sich dem Hörer öffnende Struktur und macht sie eingängig, wirklich nicht anstrengend zu hören.

Deswegen sollte man Ultima Bleep nun wirklich nicht als traurige Depri-Mucke bezeichnen, auch wenn zu einem großen Teil eher mit Moll als Dur Harmonien gearbeitet wird. Nennen wir es lieber einen leicht säuselnden Hauch von Melancholie und Träumerei. Denn genau diese Stimmung leiten Stücke wie “Never Ending” ein. Doch auch anderes ist hier vertreten. Das Eröffnungsstück “Landslide” oder der Track “I.F.” sind gut tanzbare Ohrwürmer.

Vielseitigkeit ist hier also ein unabstreitbares Attribut. Doch leider geht dies auch mit einem leicht uneinheitlichen Eindruck einher. Langsame Lieder, wie das bereits erwähnte “Never Ending” oder “Für die Ewigkeit” werden dicht von schnellen, beinahe hektischen Stücken wie “We stand alone” umgeben. So fällt es schwer, sich auf eine bestimmte Stimmung einzulassen. Also vielleicht eher ein Album, zum in die Playlist einsortieren und gezielt hören, statt im CD Player komplett durchlaufen lassen.

Was lässt sich noch dazu sagen? Vielleicht einfach nur, dass dieses Album für Freunde von gutem, klaren Synthi-Pop, geprägt von leichten 80er Jahre Einflüssen sicher kein Fehlkauf ist. Wer sich dessen selbst vergewissern möchte oder einfach nicht mehr auf den Release Termin warten kann, kann auf der offiziellen Myspace Seite der Band in eine Hand voll der Songs hineinhören. Viel Spaß dabei!

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