Beati Mortui nennt sich die finnische Band, die just den 2. Platz des Sonic Seducer „Battle of the Bands“ belegt hatte. Am 13 Juni erscheint ihr Album „All but dreams will die“ bei Danse Macabre. Der klischeebehaftete Name genauso wie das düster-kitschige Cover des Albums deuten auf schnulzige Metalballaden hin, aber weit gefehlt: Beati Mortui machen düster-tanzbaren Electro.

Bereits der Albumopener „Don´t Look Back“ ist ein potentieller Tanzflächenfüller. Der eingängige wenn auch nicht besonders orginelle Beat geht absolut in die Beine, während die VNV-Nation-ähnlichen Electrosounds die Arme zum schwingen bringen. Die nötige Portion Erotik wird von der lasziv-säuselnden Stimme der Sängerin Maria geliefert, die bei diesem Lied klingt wie ein weiblicher Lucas Lanthier (Cinema Strange). Am Ende des Albums sind noch zwei Remix-Versionen des Songs zu hören, welche aber beide nicht an das Orginal herankommen. Beim zweiten, etwas melodiöseren Titel „Another Pain“ wird dem Hörer die Stimmvielfalt der jungen Sängerin bewusst, welche mal düsternd flüstert, mal divenhaft trällert, mal poppig flötet und besonders häufig lasziv säuselt. Das ist nicht nur beeindruckend, sondern macht die Musik von Beati Mortui auch abwechslungsreicher als so manch anderen Electroact.

Die englisch und finnisch gesungenen Tracks verbinden oftmals melancholische Stimmung mit harschen Elektrorhythmen, wie es zum Beispiel bei „Blood & Taste“ der Fall ist, eine spannende Kombination, die der Musik etwas mehr Tiefgang verleiht. Ganz ruhig und träumerisch ist hingegen der finnischsprachige Song „Syvään Sineen“, eine schöne Abwechslung!

Die meistens Songs von Beati Mortui sind nach einem ähnlichen Schema aufgebaut, was vor allem die Tanztempel-Gänger ansprechen wird: Harte Beats mit ekstatischem Gesang und eingängien Elektro-Melodien. Während „Winter“ eher etwas für Liebhaber des klassischen Weiberelektros ist, kommen Fans von hartem (und schnellem) Elektro bei „Ganraena“ voll auf ihre Kosten.

Die Sounds und Effekte mit denen die Finnen ihre Musik produzieren sind nicht besonders neu, sondern eher gängig im Gothic-Electro bzw. EBM-Bereich. Assoziationen zu anderen Bands wie Blutengel oder Suicide Commando lassen sich also nicht ausschließen, sind aber wahrscheinlich auch gewollt. Immerhin zeigt das, dass die Finnen ihr Handwerk verstehen oder zumindest einen begnadeten Producer hatten.
Wem das nichts ausmacht, der wird mit „All but dreams will die“ eine durchaus gelungene Scheibe finden, zu der sich ausnahmslos super tanzen lässt. Macht euch also beim nächsten Clubbesuch auf Finnischen Elektro gefasst und lasst euch von Sängerin Maria musikalisch um den Finger wickeln.

Autor: Sylvia

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