Was passiert eigentlich wenn gelernte Musicaldarsteller beschließen Musik auf eigene Faust zu machen? Genau so ein Fall ist Cate Evens, Ex-Frontfrau bei Tryant, die sich nun aber endgültig selbständig gemacht hat um Popmusik mit seichtem Rocktouch einzuspielen. Erste Ergebnisse finden sich auf der bereits seit Oktober zum Download feilgebotenen EP „Angel on the Edge„.

Obwohl Frau Evens nach eigenen Angaben ins Musikgeschäft aufgrund ihrer Liebe zur Rockmusik eingestiegen ist merkt, sollte man bei dieser EP keinen Rockhammer erwarten.
Wie schon in der Einleitung angekündigt stellt die EP viel mehr die gewohnt leichte Musik dar, die man sich unter Pop im Allgemeinen vorstellt, aber in Verbindung mit ebenfalls sehr leichtem Rock. Statt Elektronik gibts hier elektronische Gitarren. Es ist Musik die man gut nebenbei hören kann, die sich trotz allem zurückhält und sich einem nicht so zwangshaft aufdrängt wie es häufig der Fall mit Pop ist. Offiziell befinden sich 4 Songs auf der Platte, hört man aber weiter, entdeckt man sehr schnell, dass es sich eigentlich um 5 Songs handelt, wobei nur der letzte von ihnen klanglich ein wenig aus dem Rahmen fällt.
Es handelt sich hier um den Mitschnitt der Akkustikversion des Songs „Pardon me“ der sich so letztes Jahr im Hamburger Frühstücksfernsehen ereignet hatte. Der Song sticht eben genau dadurch hervor, dass er erstens ruhiger und zweitens konzentrierter wirkt. Als quasi kleines Schmankerl wurde das einsame Klatschen des Moderators am Ende noch mit drin gelassen, was der Aufnahme ein eigenartiges Etwas gibt.

Die anderen Songs „Sweeping the Scene“, „Down my Scar“, „Still on this Side“ und „Anybody Hear me“ unterscheiden sich eigentlich nicht großartig voneinander. Geboten werden leichte Melodien mit gemütlichen, leichten Beats und einer Cate Evens, die immer mal wieder versucht ihre Stimme möglichst rauchig und röhrig klingen zu lassen. Eine recht entspannte Sache, die am besten für den Feierabend und zum Zurücklehnen zu Hause bei richtigem grauem Regenwetter draußen geeignet sein dürfte.

Durchaus nett anzuhören, aber alles in allem nichts besonderes, nichts was man nicht schonmal von lokalen Bands auf ähnliche Weise gehört hätte. Wenn man also dem Poprock nicht ganz abgetan ist kann man hier keine großen Fehler machen. Müsste man aber einen Punkt nennen, der Cate Evens von anderen abhebt, dann würde ich sagen ist es eben dass ihre Musik nicht aggressiv nach vorne geht sondern sich ganz im Gegenteil auf sich selbst beruhen lässt und dabei so ein bisschen das Gefühl vermittelt, das man nach einem langen Arbeitstag hat.

Also wenn man mal wieder zu Hause sitzt und sich das nasskalte graue Schmuddelwetter draußen anschaut, dann kann man sich als Freund der leichten Musik auch „Angel on the Edge“ dazuschalten. Wer sich dabei noch nicht sicher ist kann sich auch alle Songs kostenlos auf der offiziellen Homepage anhören (allerdings nicht in voller Länge).

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