Jack or Jive, dass ist ein Japanisches Duo bestehend aus Chako und Makoto Hattori. Die Musik, welche beide machen ist so Ur-Japanisch, dass sie in ihrer eigenen Heimat wenig Beachtung finden. Außerhalb sind sie aber seit ihrem letzten Album „Absurdity“, welches vor 4 Jahren erschien, schon bekannt. Mystisch, Melancholisch ist ihre Musik welche verschiedenste Spektren der Ambient-Musik in sich vereint. Jetzt haben die japanischen Klangvirtuosen ihr neues Album „Kakugo“ bei Prikosnovénie veröffentlicht.

Die Musik von Jack or Jive basiert auf dem Konzept des Bushido, einer alten japanischen Lebensphilosophie welche früher von den Samurai befolgt wurde. Das Duo möchte mit ihrer Musik an diese alte Weisheit erinnern, welche scheinbar aus den Köpfen verschwunden ist.

Zugegebenermaßen, Jack or Jives, beziehungsweise ihr neues Album „Kakugo“ ist gewöhnungsbedürftig. Ihre Musik stellt die Stelle von Chako Hattori in den Mittelpunkt, welche vor allem in gigantischen Tonhöhen agiert. Die Sängerin spielt mit ihrer Stimme und fabriziert mit verschiedenen Stimm-Experimenten ganz neue Klänge. Das hört sich manchmal schön, manchmal für europäische Ohren aber auch ganz schön schief an: Man merkt deutlich, dass die Melodien aus einem anderen Kulturkreis stammen. Umso verwunderlicher, dass einige Lieder, wie zum Beispiel das düstere „Bodhisattva“ auch an sakrale Choräle erinnert.

Die besondere, tiefe Atmosphöre zaubert Jack or Jive mit einer Vielzahl von verschiedenen, aber spärlich und bewusst eingesetzten Klangelementen und Instrumente. Durch verschiedene Kombinationen schaffen es Chaoku und Makoto Hattori, Stücke zu zaubern die sich zwar ähnlich, aber dennoch Grundverschieden anhören. Während sich zum Beispiel der dritte Titel „Principle of Positive and Negative“ mit seinen zarten Pianoklängen eine leichten Traumreise gleicht ist „At the National Border“ ein düsteres Klangbild. Bei letzterem Klanggemälde erhielen die Japaner Unterstützung von Contagious Orgasm, einem ebenfalls japanischen Noise-Projekt.

Kakugo ist für Nicht-Kenner von Jack or Jive eine ganz neue Klangerfahrung. Liebhaber von experimentellem Ambiente sei das Album ans Herz gelegt. Für alle anderen lohnt es sich, vor dem Kauf genauer in das Album reinzuhören, zum Beispiel auf der neuen Myspace-Präsenz der Band, denn Kakugo ist alles andere als leichte Kost und eignet sich nicht bedingungslos zum entspannen.

Kleiner Tip am Rande: Im Prikosnovenie-Shop. kostet das Album nur 13 Euro (Vgl: Amazon: 18,99 Euro).

Autor: Sylvia

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