Presseinformationen sind meistens immer überspitzt und spiegeln meistens die Meinung des Labelbesitzers wieder. Wenn also ein Album als “brutal-bösartiger Industrial-Electro Smasher” angepriesen wird, bin ich erstmal immer skeptisch. Aber das, was aus den Boxen ertönt, kann man einfach nicht anders beschreiben. Das IST böse und das ist brutal. Und ein Industrial-Electro Smasher obendrein.

Acylum wurde bereits 2003 von den Chemnitzern Pedro Engel bzw. DJ ACYLUM gegründet. Das 2005er Debüt “Your Pain” sorgte damals bereits für Aufsehen und wir treffen hier auch einen alten bekannten wieder: Kai Arnold, der mit seinem Projekt Wynardtage dem Gründer der X-Cem Familie. Seine aggressiven Vocals runden die ganze Sache ab.
Acylum lag zwischen “Your Pain” und dem erst am 30.11.2007 erscheinenden Album sicher nicht auf der faulen Haut und hat zwischen dieser Zeit immer wieder an X-Cem Aktivitäten in Form von Remixen oder Split-EPs teilgenommen.
Der Stil unterscheidet sich von anderen Industrial Acts insofern, dass es nicht astrein ist, sondern immer wieder ein schmutziger Hintergrund wahrzunehmen ist. Verstörende Musik muss nicht im Dolby 5.1 Format produziert werden, um seine Wirkung zu zeigen. Inspirationen von Größen wie die Frühwerke von P.A.L oder Sona Eact lassen sich erahnen.

Die hypnotisierende Wirkung der Electro/Noise Beschallung wird immer wieder durch verschiedenste Samples unterbrochen. Diese sind aus diversen Filmen und Nachrichtenaufzeichnungen entnommen und handeln zum größten Teil von Mord und Totschlag.
Und somit trifft Acylum haarschaft das Motto des Albumtitels. Provozierend wirkt vor allem “Face
to Face” was mittendrin ein Marschlied der SS anspielt.
Ein fast 76-minütiges Album kann so an sich nicht überleben, wenn man nicht wenigstens hin und wieder Melodien einbringt. Und so lockert Acylum das Album geschickt mit eingestreuten Melodiebögen auf. Anzumerken ist auch, dass die Musikkomposition zum größten Teil mit zur Hilfenahme von Samples erschaffen wird, wie man sie in den meisten Produktionen dieser Art selten zu hören kriegt. So erschafft Acylum sozusagen sein eigenes Genre.

Energieüberladene Tracks sorgen dafür, dass man nicht stillsitzen kann. Man muss einfach zu
dieser Musik auf die Tanzfläche. Es ist mitreißend und zieht den Hörer von der ersten Minute an in
seinen Bann. Superlative zu benutzen wäre hier noch zu wenig. Es muss erlebt werden.

Autor: Eniz

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