Das neue Album von Chris Goellnitz und Michael Schaffer ist an sich so, wie der Pressetext es ankündigt: Grotest, verführerisch psychedelisch. Aus dem Haus Unidentified Records wird hier ein recht verstörendes Werk präsentiert.
Avantgarde und Minimalelektronik sind zwei Begriffe, die die Rahmen aller Möglichkeiten sprengen. Sie zwingen sich nicht in vorgefertigte Schablonen ein, sondern geben ihnen Raum sich frei zu entfalten. Birdmachine nahm sich das zu Herzen und bedient sich nahezu jedes Stilmittels, um ihre verschachtelten Geräuschkulissen zu kreiieren. Sehr häufig findet man dann undifferenzierte Krachkollagen, die mit Musik nichts mehr zu tun haben. Ganz anders hingegen Birdmachine. Strukturen werden nicht erschaffen, um sie wieder zu demontieren, sondern um sie auszubauen.
Mit seiner fragilen Stimme erinnert Chris Goellnitz sehr stark an Douglas Pearce von Death In June oder Boyd Rice. Birdmachine haben durchaus Einflüsse aus dem Neofolk Bereich verarbeitet und man merkt die Neubauten Einflüsse sofort. Und so zeigen sich vor allem die ersten 3 Tracks dieser Machart.
Ein erstes Aufrütteln kommt mit „The fly room“, das eine Beatuntermalung aufweist und dem Album Auftrieb gibt. Danach wird allerdings die Machart, wie man sie vorher kannte, rigorös weitergeführt. Die Modifizierung der restlichen Songs stellt jedoch kein allzu befriedigendes Klangerlebnis dar. Fetzen von Industrial mischen sich mit ein, aber die Lunte will nicht so richtig brennen, hat man das Gefühl. Und so plätschert das Album Stück für Stück durch die Boxen. Der Ansatz ist an sich nicht schlecht und Birdmachine heben sich musikalisch mit Sicherheit von etlichen Ein-Mann-Projekten ab, aber es explodiert nicht.
Für Fans der Drone-Musik stellt die Platte eine Abwechslung dar und könnte diese erfreuen. Diejenigen, die mit gradliniger Musik nichts anfangen können und es abgedreht mögen, sollten auch an diesem Werk ihre Freude haben. Für die allerdings, die es lieber gerader haben möchten, sollten sich vorher unbedingt ein paar Hörproben reinziehen.
Autor: Eniz












