Gothic-Rock gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Überall hört man von neuen Bands in diesem Genre, doch leider klingt Eine wie die Andere. Es wird immer schwerer für junge, eher unbekannte Bands sich in dieser Szene zu behaupten, und trotzdem ihren eigenen Stil zu entwickeln. Rozencrantz versucht sich dennoch mit ihrem kommenden Album “Salvation” zu beweisen. Dabei schwören die vier Mitglieder auf soliden Rock, mit einem Hauch von Synthies und schnulzigen Melodien.
Neben der Gastsängerin Eveline Cooper mischen auch andere Szenenbekanntheiten mit, wie Carsten Klatte (Project Pitchfork, Wolfsheim) und Bruno Kramm (Das Ich), der auch als Produzent agiert.
Doch das allein spricht noch nicht für das Album an sich. Muss es auch nicht. Gleich der Opener “Forsaken” sorgt für einen netten Ohrwurm, auch wenn der Track an sich nicht gerade durch Originalität besticht.
Es folgt “Decision”. Das Tempo wird herunter geschraubt, die Grundstimmung melancholischer und die Melodie eingängiger.
In “Her Walks Gets Slower” wird auf die klare, himmelhohe Stimme von Eveline Cooper Wert gelegt. Ihr Gesang hält sich dezent im Hintergrund, erinnert aber den Hörer subtil daran, dass sie nicht mehr beim zweiten Titel sind.
Sind wir schon beim nächsten Lied? Ja sind wir, auch wenn “Bound To You” sich nur minimal von dem vorherigen Song unterscheidet. Da hilft auch die schnulzige Stimme von Sänger Skye nicht weiter.
Einen weiteren Ohrwurm liefert der Titel “In These Arms”, dessen Refrain auf unerklärliche Weise hervorsticht. Erneut wird auf die elfenhafte Stimme von Eveline zurückgegriffen, die leider auch hier wieder nur dezent herauszuhören ist.
Es wird weiterhin auf Kuschelstimmung Wert gelegt. “1000 Knights” hat leider nicht einmal die Power von einem Ritter. Damit kann man heutzutage kein Prinzessinnenherz erobern. Nun endlich kommt Gastsängerin Eveline zum Zug! In “Servered Dreams” zeigt sie überdurchschnittliche Gesangsleistungen, die fast an Gothic-Metal-Fraktionen wie Nightwish erinnern. Sicher hätte man durch sie noch mehr rausholen können, das Potential ist vorhanden, doch schnell wird die Funktion des Leaders wieder an Skye abgegeben. Er scheint zu versuchen, in “Lively Water” dieses Gänsehaut-Feeling des gerade verklungenen Tracks wieder herzustellen. Doch bleibt es bei dem Versuch, da er in die gleiche Songstruktur verfällt, die das gesamte Album bisher durchzieht.
“Dissolve” überrascht für einen Moment mit einem anderen Beginn, der ein klein wenig an ein klassisches Orchester erinnert. Die Melodie ist trotz des langsamen Tempos lebhafter und schafft so eine angenehme Abwechslung. Mit “Sweet Desire” hat Rozencrantz erneut einen Ohrwurm geschaffen, denn dieser Song hat mehr Pepp als die meisten Songs vorher zusammen und animiert sogar zum Mitsummen. Dieses Lied wurde sicher nicht zufällig als Single verwendet. Das dazugehörige Musikvideo kann auf der Myspace-Seite von Rozencrantz begutachtet werden.
Das Album wird (welche Überraschung) mit einer ruhigen Ballade beendet. Der Hörer hat es nun geschafft und kann sich zurücklehnen. Oder auch nicht. Zum Schluss wurden, als kleiner Bonus, zwei Remixe von “In These Arms” angehängt. Diese präsentieren sich, nach dem ersten Hören, interessanter als das Original.
Fazit: Selbst der beste Produzent kann aus einem hässlichen Entlein keinen Schwan machen. “Salvation” ist, meiner Meinung nach, durchschnittlicher Gothic Rock… nicht mehr und nicht weniger.
Autor: Norma












