Quantum Dub ist eines von drei Projekten der beiden Musiker Beyond und JFlash aus Altenburg, mit dem sie ausschließlich Remixe betreiben. Nach nun rund zehn Jahren aktiven Dienstes werden erstmals zehn dieser Remixe ausgewählter Songs auf einer CD präsentiert und versprechen einmal mehr mit unglaublicher Vielfalt den Hörer in ihren Bann zu ziehen.

Aber versprechen kann man ja viel und meine Aufabe ist es jetzt zu berichten, was denn wirklich dahinter steckt.
Die Antwort ist leicht, aber bevor das Fazit gezogen wird, hier erst nochmal die ausführlichere Beschreibung der CD:

Den Anfang macht der ungewöhnlich sanfte Opener und gleichzeitig einer der stärksten Songs der Platte, „Karma Planet“, von UR. UR ist ebenfalls eines der drei Projekte von Beyond und JFlash, der Rest der Tracks stammt aber komplett von anderen Künstlern, nämlich von Deadline Project, Color Theory, Obsc(y)re (sogar zweimal mit dem selben Song vertreten), Dierdre, !distain, Waiting For Words und Ken Freeman, in verschiedenen Remixversionen des Duos aus Altenburg. Und zur Krönung legen die Remixer als quantum dub in Form eines Covers des Depeche Mode Klassikers „Stripped“ noch einen drauf.

Von atemberaubender Vielfalt ist auf dem Album allerdings genauso wenig zu hören wie von brachialer Härte. Die Musik, die hier geboten wird, ist viel mehr stimmig und entspannt in verschiedenen Nuancen – das fällt schon bei „Karma Planet“ auf. Sanft ertönt ein charismatisches Motiv und kurz darauf setzt ein kuschelweicher, aber akzente setzender Beat ein. Schön zum Autofahren, zum Lesen oder zum Entspannen – aber nicht zum Tanzen.
Einige Songs, wie z.b. „Zero Crossing“ und ganz besonders „Create And Believe“ klingen zwar finsterer und die Drums sind einen kleinen Tick härter, aber das Tempo bleibt doch gemächlich und die Musik weiterhin entspannt und kuschlig weich. Einer der Songs, die besonders auffallen ist „Aus der Traum“, im Original von Obsc(y)re, denn er ist gleich zweimal auf der CD vertreten.
Im „10 dreams remix“ überrascht mitten in den weich plätschernden Beats auf einmal eine E-Gitarre, aber sie zerstört den Charme des Remixes nicht durch ihre relative Härte, sondern unterstreicht ihn eher noch und gibt dem ganzen sogar noch etwas mehr Abwechslung. Vielfalft hat man so gesehen also auf diesem Album nicht stilistisch, sondern vom Instrumentellen her.

Ganz anders kommt da die zweite Version des selben Songs, der „UR mix“, rüber, in dem die Instrumentale Begleitung auf ein Minimum heruntergedreht wurde und stattdessen vor allem die Percussion im Vordergrund steht, während selbst der Gesang nur noch leise im Hintergrund seht. Und dann gibt es da noch einen Song, der sich sowohl in der Länge, als auch im Klang deutlich vom Rest unterscheidet. Die Rede ist von Ken Freemans „The Tripods Theme“ im „two decades remix part 1+2“ von der gleichnamigen britischen Serie. Man stelle sich einen herzschlagartigen Puls vor, der durch einen basslastigen Synthesizer ergänzt wird, der ein wenig an die Musik aus Clockwork Orange oder an die Titelmelodie zu Dr. Who erinnert. Im Gegensatz zu den anderen Songs ist die Bearbeitung des Tripod Themes nicht nur länger und komplett instrumental, sondern hat auch eine deutlich angespanntere , zeitweise aggressive Atmosphäre – geradezu beunruhigend im Vergleich zum Rest.

The first Mix ist meiner Meinung nach eine CD, die wie gemacht ist um sie sich in Ruhe anzuhören während man meditiert, sich ausruht oder sonstwie entspannen will. Eine Art Kuschelelektro-sampler, wenn man so will.

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