Der Herr go und der Herr JA, beheimatet in Berlin und Wismar, definieren Spaß ein wenig anders als andere. So versuchen sie gar nicht erst das Rad neu zu erfinden, sondern konzentrieren sich eher auf die Wurzeln der elektronischen Musik. Und die liegen nicht im hier und jetzt, sondern zum größten Teil in den 80er Jahren.
Wenn man sich das jüngste Album „Elektronation“ anhört, so denkt man dass man das alles schon mal gehört hat. Tatsächlich bedient sich das Duo an alteingesessenen Sounds und Kollagen. Dass das Konzept aufgeht, beobachten wir insbesondere bei Welle:Erdball und das schon seit einiger Zeit.
Die Musik ist eindeutig retro und verspielt. Die neue deutsche Welle wird neu aufgelegt und mit Synthie-Pop Klängen neu aufpoliert. Das Querverweisse zu DAF aufkommen liegt eigentlich auf der Hand. Neben zwei Coverversionen von Der Plan und Paris Hilton befinden sich 8 weitere Kompositionen auf der Scheibe, die versuchen den damaligen Geist einzufangen. Ansich ist das alles keine schlechte Musik, die goJA moon ROCKAH von sich geben. Aber an manchen Stellen ist das doch alles zuviel des Guten. Überlagerte Samples erzeugen eine solche Dichte, dass man die Essenz nicht eindeutig erkennt. Bei „Attackah Massakah“, was eine Parallele zu Tommi Stumpff´s „Massaker“ aufzeigt, ist zuviel an Firlefanz im Hintergrund, was nach einer Zeit einfach anfängt zu nerven.
Völlig aus der Reihe fällt „Das totale Lied“. Sicherlich als Pausenfüller gedacht, ist es genauso nötig auf dem Album wie eine Zahnwurzelbehandlung. Ich kenne das Original von Paris Hilton´s „Nothing in this world“ nicht; mit einem Sample eines Reporters gehört es neben „Schwarz“ und „Schimanski“ zu den besseren Songs auf dem Album. Der Titeltrack „Elektronation“ läutet das Ende polarisierende Albums ein. Zu meiner Überraschung muss ich sagen, dass das anfängliche Intro zum Schlimmsten befürchten hat lassen, ist aber das bisher beste Lied auf der zweiten Veröffentlichung. Mit dem „Heimatlied“ findet das Album dann sein Ende.
Ich weiß garnicht, was man hier zur ein Fazit ziehen soll. Einerseits hat das Album sicherlich die ein oder andere Perle zu bieten. Ob sich die Anschaffung des Online-Album bei www.grenzwellen.com allerdings lohnt, um den Begeisterungsrufen Ecki Stiegs zu folgen, ist eine andere Sache. Ich tendiere jedoch zu dem Ergebnis, dass es wohl kaum – ich zitiere – „zu einem der beeindruckendsten und kurzweiligsten Elektropopalben des Jahres geraten“ ist. Die Idee die 80er Jahre wieder aufleben zu lassen ist sicherlich immer keine schlechte Idee. Diese in ein Album zu packen, was längere Phasen der Durststrecke aufzeigt, war sicherlich keine so gute Idee.
Autor: Eniz












