Singles sind oft dafür bekannt, viele sinnfreie oder weniger schöne Versionen eines guten Liedes zu enthalten. Aus diesem Grund nahmen All ends wohl eine EP auf. Lasst uns mal reinhören…

Das Cover der vorliegenden CD ist geschmückt mit einem tentakelbewehrten Gehirn, was sofort Parallelen zu Mythen eines des Fantasy-Autors H. P. Lovecraft aufkommen ließ. Dieses Bild ist im Innern des Booklets noch eingerahmt von Daten scheinbar medizinischer Art. Die verschnörkelte Schrift des Bandnamens tut dann ihr übriges und etwas Mystik ist schick und perfekt und impliziert eine Symbiose aus althergebrachtem Gut in neuer Machart.

Zu hören gibt es dann fünf Stücke melodisch-rockiger Art; welche zusammen eine Gesamtspielzeit von guten 17 Minuten haben. Diese Zeit wird nicht langweilig, sie geht sogar recht schnell vorbei, was aber eher am Tempo und an der Länge der Stücke, als an deren Abwechslungsreichtum liegt.
Mit „Wasting life“ wird bereits im Titelstück voll durchgestartet. Dominante und recht dumpfe Gitarren sind gemeinsam mit weiblichem Gesang das ultimative Rezept für den noch immer anhaltenden Gothic-Metal-Boom. Rein stimmlich ist das weibliche Gesangsduo, bestehend aus Tinna Karlsdotter und Emma Gelotte, durchaus in allen präsentierten Höhenlagen überzeugend und in absolut ausreichend und keinesfalls zu viel Musik eingebettet. Eine recht klare Musikgrundstruktur, die recht vorhersehbar und dennoch nicht unberührt lassend ist, treibt die Zeit in höchstem Maße an, sodass nach dem ersten Stück auch die weiteren vier förmlich verfliegen und man sich fragt, wohin die Zeit denn ist. Die Gitarrenpassagen fallen mal höher, mal bassiger aus und sind recht kraftvoll. Eine eher dudelnde Gitarre im Hintergrund fällt nicht gleich beim ersten Hören auf, aber bereichert die Musik von All Ends ebenso wie das übliche Schlagzeug.

Soweit ganz nett, wenn die Stücke untereinander etwas mehr Wiedererkennungswert hätten… Diesen haben sie meiner Meinung nach aber leider nicht und so verlaufen „Alone“, „Am I insane“, „Close my eyes“ und letztendlich „The day has come“ in ähnlichen Rezepturen wie das Titellied.

Ich höre hier absolut soliden Gothic Metal, der recht gut gefallen kann, aber mehr ist es definitiv auch nicht. Diese Musik kann gut nebenher dudeln, aber wirklich überzeugen und auf Dauer fesseln kann sie auf keinen Fall. Schade, vom ersten Stück war ich recht überrascht…
Hoch anzurechnen ist die Pressung als EP, die mehr Einblick in die Musik der Band zulässt als es eine Single nur ermöglichen würde.

Autor: Michael

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