Fast auf den Tag genau vor einem Jahr überraschten das Künstleremsemble Greifenkeil mit ihrer EP „Moog“ und dem gleichnamigen Debüt Album. Am 18. Mai 2007 folgt nun das zweite Album „Symbol„.
Das Album folgt einem Konzept inspiriert durch die Kreisgrabanlagen von Goseck. Dabei stieß man zufällig auf ein Sonnenobservatorium was mit ca. 7000 Jahren älter als die Pyramiden ist. Das Cover des Albums zeigt eine Abbildung jener Grabung. Greifenkeil zollen diesem Kulturgut ihr Tribut.
Thematisch nehmen sie allerdings auch andere Themen kritisch ins Auge. Im Song „Untergang“ wird mit dem Christentum abgerechnet und „Survivor“ ist beherscht von vielen Samples aus dem Irakkrieg und Bush-Ansprachen. Mit krachigem Industrial untermalt wirkt es clubtauglich. „Democracy“ und „Selling Your Souls“ bilden mit „Survivor“ eine Industrial Trias.
Ein Stil- und Richtungswechsel beginnt mit „Curse“ und zieht sich das komplette Album bis zum Ende durch. Dabei werden vor allem Ambient und Ritual Elemente verwendet und insgesamt scheint alle etwas atmosphärischer. Was aus der Reihe fällt ist zweifelsohne „Platz Der Alten Steine“. Das bildet quasi die Hintergrundinformation zum Albumkonzept. Im synthetischen Dokumentarstil wird die Geschichte des oben erwähnten Kulturgutes wiedergegeben.
Ein über 10minütiges bedrohliches Ambientstück bildet vorerst den Abschluss des Albums. „Symbol (Reprise)“ führt letzendlich das zu Ende, was mit dem Titelstück begonnen hat.
Das Album verbirgt eine auf den ersten Blick Nichterkennbaren Akt-Struktur. So wird der 1. Akt „Trauer “ betitelt, was mit „Untergang“ und „Survivor“ startet. Der 2. Akt „Passage“ mit den Stücken „Selling Your Souls“ und „Curse“. Der 3. Akt „Wiedersehen“ mit „Departed“.
Das Greifenkeil hinter ihrer Musik stehen und es als Gesamtkunstwerk mit historischen Hintergründen sehen, war bereits seit der EP „Moog“ 2005 vorraussehbar. Mit ihrem ersten Album „Greifenkeil“ führten sie das weiter. „Symbol“ ist quasi eine Weiterentwicklung des bewährten Greifenkeil-Konzeptes, Musik, nicht nur zum Hören, sondern auch zur Erweiterung von Wissen, sofern man sich mit den Themen, die sie anschneiden, ausseinandersetzen.
Musikalisch bieten Greifenkeil ein breites Spektrum an unkonventioneller und spezieller Musik aus dem Ambient / Ritual Bereich mit Industrialeinflüssen. Allerdings erscheint mir – die reine Komposition – auf dem zweiten Album doch etwas zu verspielt und stellenweise auch wirr. Mag sein, dass das darin liegt, das manche Hörer (mich eingeschlossen) einfach nicht die Geduld haben, längere Drone-Stücke und langgestreckte Ambientklänge zu genießen.
Für diejenigen allerdings, die das mögen wird dieses Album sicherlich kein Fehlkauf sein.
Das Album wird in einem aufwendig gestaltetem Digipack aus schwarzer Pappe und Silberdruck geliefert. Die limited Edition wartet noch mit einer Bonus-CD mit Remixen von u.a. Monolith, Implant, Funkter Vogt und Fil/Qntal auf.
Autor: Eniz












