Als sich Sänger Ski „Dead L-vis“ (ex-Prime Sinister, Ski-King) und Gitarrist Peter „Kafka“ (ex-Fiddlers Green, Sonicslave) zusammengetan haben, hat sich auch sogleich eine Fanschar um Beloved Enemy gebildet. Grund ist sowohl der mitreißende Heavy-Goth-Rock, als auch die beeindruckende Stimme des Sängers, der seinen Namen allem Anschein nach nicht grundlos gewählt hat.
Wenn Beloved Enemy eins können, dann ist das rocken, und das tun sie auf „Enemy Mine“ nicht zu knapp.
Gleich der erste Song gibt die Richtung an: Up-Tempo Stücke und die sehr straight und kompromisslos gespielt werden. Der Industrialeinfluss steht nicht so sehr im Vordergrund, eher unterstützen dezente Keyboardflächen im Hintergrund die kraftvollen Songs, die immer wieder durch langsamere Passagen ihre Akzente erhalten.
Eine erste Atempause gibt es mit „The Other Side“. Hier zeigt Sänger „Dead L-vis“ die Bandbreite seines sehr beeindruckenden Sprachorgans. Und dieses klingt tatsächlich gerade in den ruhigeren Passagen nach dem toten Sänger. Das wiederrum macht die komplette Musik interessant, es ist neu, frisch und was völlig anderes, was man sonst in diesem Sektor zu hören kriegt. Hier wird gezielt nicht verzerrt, sondern mit einer bis dato einzigartigen Komposition gearbeitet. Beloved Enemy gehen von dem typischen Klischee weg hin zum vocalorientiertem Rock. Eben mit Gothic-Rock-Komponenten.
Ausfallerscheinungen hat man selten, besonders in den Passagen wo bewusst ins Mikrophon geshoutet wird. Da verliert Sänger „Dead L-vis“ etwas die Kontrolle über seine Stimme, gerade bei „Fuck Me Back To Life“. Rockt aber trotzdem.
Es erfolgt ein Schnitt bei „Interlude: Ocean“. Danach kommen gerade die Industrialeinflüsse zur Geltung und erinnert an frühere Werke von Type O Negative. Die Perlen sind auf diesem Album zweifelsohne aber die langsamen und ruhigeren Passagen.
Fazit: Das Album lebt vor allem durch den Gesang und der stellenweise verspielten Musikkomposition und ist durchaus ein empfehlenswertes Werk, in das es sich lohnt reinzuhören. „Virus Undead“ und „The Other Side“ sind desweiteren noch als Videoclips auf dem Album vorhanden.
Wer Beloved Enemy live erleben möchte, der kann dies auf dem diesjährigen WGT und auf der Popkom 2007 in Berlin (Club: Wild at Heart) tun. Desweiteren hat die Band den Titelsong zum kommenden Horrorfilm „Virus Undead“ geschrieben, wo der Sänger auch sein Schauspieltalent zum Besten gibt.
Autor: Eniz












