Die 2005 gegründete charismatischen Boskops aus Göttingen können stolz auf sich sein: ihre erste selber produzierte EP „Musik nervt!“ ist seit kurzem erhältlich und mit diesem Akt ist es den Newcomern gelungen, sich weiter nach vorne zu spielen.

Und dabei fing alles ganz harmlos an. Über eine Aushang finden die vier Musiker zusammen und legen den Weg einer Band zurück, den vor ihnen unzählige zurückgelegt haben. Proben, Proben und nochmals Proben. Sporadische Auftritte in Lokalitäten, wo es nur eine Steckdose und eine Kiste Bier gibt. Freunde kommen zu den Gigs, es spricht sich herum, dass Boskop „ganz gut“ seien. Man geht hin und ehe man sich versieht ist man auch schon von der Performance der vier begeistert, weil sie das rüberbringen, was viele Bands nicht können: Charisma. Der Funke springt über und man nimmt Boskop als eine kommuikative Live-Band wahr.

Was folgt ist ein Auftritt beim Local Heroes Wettbewerb im Vorentscheid und seitdem machen das Quartett die Region in und um Göttingen unsicher. Was die vier nun so liebenswert macht, ist zu einem die Musik die sie machen und zwischen deutschen und englischen Texten wechseln und zum anderen den Spaß den sie haben, der sich auf den Hörer überträgt. Vergleichbar ungefähr mit Revolverheld, nur etwas rauher und eckiger und typischen Indie-Rock Elementen, singen sie vom Leben; Enttäuschungen und natürlich dem Spaß am Leben. Der selbstbetitelte Stil „Indiestromgitarrenpop“ trifft das Ganze also ganz gut.

Nimmt man nun die EP genauer unter die techische Lupe, so präsentieren sich die 6 Tracks trotz der Eigenproduktion in einer erstaunlich professionellen Qualiät. Der Bass kommt etwas zu dünn herüber und der gesangliche Wiedererkennungswert des Sängers Stefan Goebel ist auch gegeben, lässt allerdings nicht sehr viele Variationsspielraum zu. In der Hinsicht sollte er vielleicht etwas mehr experimentierfreudigkeit zeigen und Akzente setzen.

„Musik nervt!“, der erste Track, ist ein sehr schöner Ohrwurm. Es folgt ein relativ melancholisches „Dreiminutenlicht“, ehe mit „Figurine“ und „Stay“ zwei englischsprachige Songs folgen, die in dem Bandmotto folgen. Es rockt! Der eindeutig stärkste Song neben dem Opener ist zweifelsohne „Silent Tragedy“, was den Abschluss der etwa 24 Minütigen EP bildet. Allein mit Gesang, Gitarre, Bass und Drums erzeugen sie eine vielschichtige Dichte und hier zeigt Stefan Goebel auch stellenweise, was für ein Potential in seinem Sprachrohr steckt.

Ein deutliches Manko ist allerdings die Wahl der englischsprachigen Songs, die den Großteil der EP annehmen. Das mag nun Geschmackssache sein, aber die deutschsprachigen bleiben besser im Ohr hängen und sind eingäniger, als die fremdsprachigen.
Wer sich ein Klangbild der Musik der Göttinger machen will, der kann dies auf ihrer MySpace Seite tun. Dort werden 4 der 6 Songs der EP zum anhören angeboten. Auf der Bandhomepage gibt es hingegen 3 Songs der EP in einer Rohfassung zum herunterladen.

Und wer immer noch nicht genug hat, der kann die EP ebenfalls über die Bandhomepage bestellen oder direkt im Göttinger JPC.
Liveauftritte sind bereits bestätigt. Zum einen am 28.04.2007 in Göttingen im Rahmen des „Night Of The Clubs“ (www.notc.de) und beim Musikschutzgebiet Open Air Festival am 30.06.2007 (www.musikschutzgebiet.de)

Line-Up:
Stefan Goebel – Gesang und Lead-Gitarre
Oliver Fritzen – Gitarre
Paul Schmidt-Walter – Bass
Manuel Köhler – Schlagzeug

Autor: Eniz

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