Wie weit man mit einem eisernen Willen und der Leidenschaft zur Musik kommen kann, beweist das Oberhausener Duo Caputt mit ihrer ersten richtigen EP „Mach Mich“. Haben sie bis vor einem Jahr noch ihre „€KZ“ EP lediglich zum Download angeboten, (mindbreed Rezension) wartet die mit fast 45 Minuten Spielzeit gefüllte EP auf seine Hörer.
Und es hat sich viel getan in dem einen Jahr. Nicht nur, dass die EP in einem freundlichen Digi-Pack aufbereitet ist, gesanglich hat sich vor allem viel getan. Die Produktion insgesamt hört sich weitaus professioneller an, als „€KZ“. Matthias Penkert, das Hauptsprachrohr, hat hier sich sehr weit nach vorne entwickelt. Nachdem Stephan Bakaric inzwischen die Band verlassen hat und nur noch Daniel Moritz übrig blieb, orientiert sich der Sound von Caputt stark an Acts wie And One und fokusiert sich auf deutsche Texte und und auf die ersten vier Tracks, die sich thematisch diesmal an der 1001 Nacht Geschichten anlehnen, die zugegeben eigenwillig interpretiert wurden und wodurch man das Konzept nicht ganz durchschaut.
Haben Caputt 2006 mit „€KZ“ noch stark polarisiert, fehlt bei „Mach Mich“ allerdings das bissige und zynische, was der EP einen Underground Touch verliehen hat. In der Hinsicht wurde ein Gang runtergeschalten, was ich persönlich sehr schade finde, was aber nichts von seiner Leidenschaft einbüßt. Es ist nunmal alles etwas öffentlichkeitstauglicher, kompatibler, zurechtgeschnittener. Und da wo geschnitten wird, fallen nunmal Späne.
Ein besonderes Augenmerkt sollte man auch die Remixe von „Mach Mich“ legen. Davon gibt es reichlich und die bemerkenswertesten sind wohl die von ASP und Iceleben, sowie die hauseigene Akustikversion für das dunkle Kämmerlein, wenn man im Herzschmerz schwelgen mag.
Autor: Eniz












