Bei dem Bandnamen schwante mir schon Böses: Grunzende, versoffene Metaller, Kuttenpisser und Dosenstecher, um-die-Wette-kotzen und sich das Hirn aus dem Kopf bangen. Leute, die sich in ihre eigene Realität verkrochen haben und es als Verrat ansehen, wenn sich ihre Idole weiterentwickeln… tja, so kann man sich täuschen…
…denn bei „Leichenwetter“ handelt es sich durchaus um eine sehr intelligente Interpretation deutscher Lyrik, gepaart mit der Musik wie man sie in der Art von Metallspürhunde, Weissglut oder Megaherz gewohnt ist.
Also drückte ich voller Angst auf die Playtaste, ohne vorher die Promobeilagen durchgelesen zu haben, kopfschüttelnd und bereit, die Band in der Luft zu zerreissen.
Mehr als positiv von der Vielfältigkeit des Musikspektrums begeistert muss man hinter die Kulissen schauen. Na schön, der Gesang von Sänger Numen überzeugt mich an einigen Stellen nicht so sehr. Da wird mir zu sehr gegrölt. Elektronisches findet man hier auch, was unvermittelt mit dem Gothic-Metal Hand in Hand geht.
Augenmerk sollte man auf die Texte legen. So beeinhaltet das Album, was am 26.01. erschienen ist, folgende Interpretationen von verschiedensten Lyrikern:
Altes Lied – Heinrich Heine
Klage – Georg Trakl
Allerseelen – Georg Trakl
Schwanenlied – Gottfried August Bürger
Sehnsucht – Johann Christoph Friedrich Schiller
Und die Hörner des Sommers verstummten… – Georg Heym
Requiem – Gottfried Benn
Menschliches Elende – Andreas Gryphius
Gesang der Geister über den Wassern – Johann Wolfgang von Goethe
An einem Grabe – Hermann Hesse
Die Band besteht bereits seit 1998 und hat eine bemerkenswerte Diskographie hinter sich. Aufgefallen ist sie einigen Hörern vielleicht als Support von Tanzwut, Megaherz, Subway to Sally, The Crüxshadows oder Nik Page.
An einigen Stellen klingen sie musikalisch leider dann doch auch wieder wie Manowar – man kann seine Wurzeln nun mal nicht immer verstecken.
Interessant sind auch die beiden auf Club polierten Remixe von „Requiem“ und „Klage“. Na schön, nehm ich das mit Manowar doch noch zurück.
Autor: Eniz












