Mit dem klangvollen Namen AntiStasis, der zumindest schon eine Musikrichtung vermuten lassen könnte, betitelten Chris Fear, Ozul und Dominique Noir ihr Geschrammel-Projekt. Der CD-Titel „AchtungAetzend“ ist dann auch noch Programm…
Es wurde fast ausgereizt, was so ein Silberling hergibt: 73 Minuten und 50 Sekunden Geknarrze, Gebolze und ein Minimum an Ansätzen von Melodie sind Grund genug, das eine oder andere Stück auf Tanzflächen mit Publikum zu testen, das nicht immer Melodie braucht. Resultat wird zweifelsfrei ein ausgelaugtes Publikum sein, das sicher das eine oder andere Mal nach mehr schreit.
Eigentlich sind die Zutaten recht üblich und einfach und selbst das Endresultat nicht neu. Irgendwie ist die Scheibe dennoch hörbar und in gewisser Weise abwechslungsreich.
Ein Filmsample oder etwas Artverwandtes gibt den Stücken ein Minimum von Inhalt. Um die Thematik aufgebaut und auf sie abgestimmt wurde nun brachial zusammengeschustert, was passend schien. Die Botschaft ist angedeutet, der wahre Sinn dahinter jedoch ausleg- und aus dem Gewirr von Samples und Krach nicht wirklich heraushörbar.
Es scheint fast immer eine Melodie vorhanden zu sein, die jedoch nach ihrem Zusammenbasteln wieder zerhackstückt, deren Teile gemischt und dann so unsortiert vorliegend weiterverwendet wurde. Diese Antimusik ist keinesfalls arhythmisch, sie ist durchaus abwegig tanz- bzw. bezappelbar, aber gewöhnungsbedürftig auf jeden Fall.
Dem Stampfen können sich sicher die wenigsten der Fans solchen Geballers entziehen, doch Wohnzimmer- oder gar Alltagstauglichkeit sind für die Scheibe Fremdwörter.
In der Tat ist der Titel absolut passend gewählt. Das Hörbare ist gewissem Sinne schon ätzend und die Warnung angesichts dessen durchaus angebracht. Ätzend wird hier die Wirkung auf ungeschützte Trommelfelle sein, die spätestens so auf Umwegen für deren Verschwinden bzw. Untauglichkeit sorgt.
Das Trio ist fähig, sein Brachialfeuerwerk sowohl sehr schnell als auch schleppend auf den Hörer abzufeuern. Genau dies macht einen winzigen Unterschied gegenüber Kollegen wie Xotox, Shnarph oder Soman aus. Die Trägheit macht nicht zum ersten Mal etwas Stimmung aus und diese wirkt hier nicht immer fröhlich. Weiterhin sind die Bemühungen um Antimelodie sehr hoch und auch gelungen. Ein durchgängiges Konzept gibt es wohl bei keinem der Stücke.
Mit Electronic Body Noise wurde das Produkt würdig beworben und keiner der Käufer, der das gelesen haben sollte, wird enttäuscht sein. Insofern ist es auch der neuen Art Industrial unterzuordnen. Mit ursprünglichem Industrial oder EBM hat das aber wenig zu tun. Spaß machts allemal, aber nach dem drittem Stück wird’s zu heftig, um am Stück durchgehört oder gar in der Disko durchgespielt zu werden.
Autor: Michael












