Als ich das Debutalbum der Italiener in der Hand hielt, war mein erster Gedanke „Nicht schon wieder eine Gothic-Metal Band mit Frauengesang“. Beim hören des Albums musste ich dieses die Pragmatik allerdings schnell beiseite schieben, denn die gesangsausgebildete Francesca Chiara Casellati nervt weder mit Operngeträller, noch mit süßlicher Säuselstimme: Hinter ihrer Stimme steckt jede Menge Kraft und Begeisterung.

Dass die Band den Gothic Metal nicht neu erfindet, ist selbstverständlich. Wer aber einen müden Abklatsch von Nightwish oder Within Temptation erwartet, wird eines anderen belehrt – Das Album geht eher in Richtung HIM, nur eben mit einer Frau am Mikrofon. Besonders auffallend wird diese Ähnlichkeit bei Songs wie „Little Suicide“, wobei The LoveCrave merklich elektronischer klingen.
Waschechte Metaller mögen sich vielleicht von dieser absichtlichen Elektro-Anmutung gestört fühlen, die besonders beim 8. Album-Track hervorsticht, denn bei dem Song sind die Vocals relativ stark verzerrt, und hören sie manchmal mehr nach PC, als nach Mensch an. Ob dies ein gelungenes Stilmittel ist, darüber kann man sich streiten.

Das Album der Italiener fängt viel versprechend mit dem Song „Vampires (The Light That We Are) an“. Die eingängige Melodie, gemischt mit rockigen Rhythmen, bleibt sofort im Ohr.
Auch bei „Nobody“ beweist die schöne Blondine, dass in ihr eine wahre Rockröhre steckt. Das Stück wird etwas mehr vom Keyboard und Synthesizer dominiert, hat aber einen ähnlichen Ohrwurmcharakter.
Songs wie „Fading Roses“ laden zum Kerzen anzünden und Genießen ein. Der Song ist etwas sparsamer an elektronischen Effekten, was ihn zum echten Highlight auf dem Album macht. Die Stimme der Frontfrau kommt so erst voll zur Geltung.

Für Lesefans bietet das Album übrigens noch ein ganz besonderes Schmankerl: Im CD-Booklet ist eine zusammenhängende Geschichte zu den Album-Songs aus der Feder der hübschen Sängerin enthalten.

Das ganze Album klingt sehr professionell produziert und ist für ein Debutalbum wirklich erstklassig! Mir persönlich geht der zweistimmige Frauengesang auf Dauer auf die Nerven. Meiner Meinung nach ist die Stimmkraft von Frontfrau Francesca Chiara Casellati vollkommen ausreichend und muss nicht ständig unterstützt werden.

Trackliste
1. Vampires (The light that we are)

2. Nobody

3. Little suicide

4. Can you hear me?

5. Fading roses

6. My soul

7. Runaway

8. The angel and the rain

9. The chauffeur

10. Dark city

Autor: Sylvia

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