Wenn man einen Stein ins Wasser wirft, kommen die erzeugten Wellen erst später am Ufer an. Und so ist das auch. Flyleaf, diesen Sommer noch auf dem Rock am Ring aufgetreten, veröffentlichten jüngst ihr 2005 erschienenes gleichnamiges Album nun auch in Deutschland.
Wenn man traumatische Erlebnisse und ein non-lineares Leben gehabt hat, so kann man das entweder in sich hineinfressen oder man kann es verarbeiten, darüber schreiben oder es hinausschreien. Und so erleben wir ein ziemlich fragiles Stimmchen, was Frontfrau Lacey Nicole Mosley gehört. So zerbrechlich es sich auch anhört, genauso kann sie auch ihren Frust hinausbrüllen. Und so schreit sie, während sie ihre zerbrechliche Seite nicht zeigt, allen ins Gesicht. „I´m so sick“ ist die erste Singleauskopplung aus dem Album und man wundert sich noch, wo diese zierliche Frau die Luft herholt.
Nach diversen Namenswechsel haben sich Flyleaf aus Texas längst in den USA etabliert und nun kommen auch wir in den Gernuss. Die Texte handeln zum größten Teil von Vernächlässigung, Depression und Einsamkeit, worin sich vielleicht jeder wiederfinden wird. Unter krachigen alternative Gitarren nicht unbedingt was für hartgesottene Metalfans, eher für die großgewordenen Nu-Metaller. Avril Lavigne – nur in erwachsen sozusagen.
Nichtsdestotrotz – die Texte, zum größten Teil wohl autobiographisch und eine Art Aufarbeitung, wirken erwachsen, tiefgründig und verletzlich. Eine Abgrenzung zu dem Rest des Einheitsbreis, wenn auch keine großartigen musikalischen Überraschungen erwartet werden können.
„I´m so sick“ – Musikvideo
Autor: Eniz












