Bei Brandan handelt es sich um eine neue Band aus Leipzig, die es sich auf ihrer ersten EP zur Aufgabe gemacht hat, frühmittelalterliche Lyrik aus dem 9. und 12. Jahrhundert neu zu vertonen.
Auf den ersten 5 Songs, deren Texte und Übersetzungen mit im Booklet abgedruckt sind, benutzen Brandan allerlei Instrumente, die anders wie beispielsweise bei Corvus Corax auch teilweise mit modernen Instrumenten kombiniert werden, sodass ein Mix aus Klassik und Pop, ja sogar Jazz herauszuhören ist. Da es sich um eine Eigenproduktion handelt, darf man hierbei allerdings keine Majorlabelproduktion erwarten.
Die EP, die es auf den Konzerten von Branden zu kaufen gab, ist dennoch mit Herzblut aufgenommen und verdeutlicht den Geist der Musiker, die hinter ihrer Musik stehen. Hierbei handelt es sich um eine musikalische Interpretation der Texte und stellt, laut Aussage der Band, keine authentische Musizierpraxis dar.
Neuvertonungen von althochdeutschen Zaubersprüchen, galizischer Liebeslyrik und altirischen Naturgedichten sind die Hauptaspekte der Leipziger Band.
Die Recherche der Quellen führte Brandan in die Bibliotheken von Madrid, Dublin und Leipzig, wo sie aus brüchigen Manuskripten die Texte nun neu interpretiert haben. Durch die Verwendung diverser Instrumente wie Querflöte, Violine, Cello, Saxophon, Kontrabass sowie Perkussion und Gesang entstand hier ein teilweise jazzinterpretiertes, andererseits das typisch allgemein bekannt mittelalterliches Album.
Die Stimme der Sängerin Juliane Weinelt ist allerdings etwas fragil und erfährt nur geringfügige Unterstützung von ihren Kolleginnen und Kollegen, deren Stimmen nicht so präsent vertreten sind, daher erklingt ihre Stimme manchmal etwas zu dünn. Die Ausprache, soweit man als Laie das beurteilen kann, ist klar und deutlich und gibt meiner Meinung nach vielleicht sogar die damalige Aussprache wieder.
Die EP lässt nur im Ansatz erahnen, wieviel Arbeit das Sextett in die Recherche gesteckt haben, ganz zu Schweigen davon, welche Mühen es mit sich brachte, daraus ein komplettes Album zu machen – der Longplayer erscheint Anfang 2007.
Man darf gespannt sein und ist für Freunde der mittelalterlichen Musik, die nicht immer nur Corvus Corax, In Extremo, Qntal und Subway to Sally hören wollen, sicherlich eine Bereicherung im CD Regal.
Tracklist:
1. Yggdrasil (altisländisch 12. Jh)
2. Winter (altirisch 9. Jh)
3. Eisberg (altenglisch 9. Jh)
4. Wikinger (altirisch 9. Jh)
5. Falkenlied (der von Kürenberg 12. Jh)
Besetzung:
Juliane Weinelt: Gesang, Querflöte
Jan Oelmann: Violine, Bouzouki, Akustikgitarre, Gesang
Juliane Rotter: Violocello
Jens Lübeck: Saxophon, Querflöte, Gesang
Reiner Bolik: Kontrabass
Kerstin Braun: Schlagzeug, Perkussion, Gesang
Autor: Eniz












