Zadok auf Stendal machen schon bereits seit 11 Jahren Musik und gelten als Geheimtipp. „Leb und Lauf“ aus dem Jahre 2003 lag nun zur Rezension vor. Aber es gibt bald was Neues von ihnen zu hören. In diesem Sommer bereits soll „Zu den Fischen“ erscheinen.

Bereits vor über 10 Jahren gegründet, durchliefen Zadok während dieser Zeit mehrere Besetzungswechsel. Anfangs noch unter den Namen „Painful Life“ bekannt, absolvierten sie bis 1999 diverse Liveauftritte und konnten somit Erfahrungen sammeln. Danch entschloß man, sich umzubenennen und hauptsächlich Eigenkompositionen auf deutsch zu singen.

In der aktuellen Besetzung zu fünft, gewannen Zadok bereits diverse lokale Band-Contestes, mehrere Alben wurden veröffentlicht. Momentan arbeitet die Band an ihren dritten Album „Zu den Fischen“ unter den Namen Zadok, was voraussichtlich im Sommer 2006 erscheinen wird. Zur Rezension liegt das bereits 2003 erschienene Album „Leb und Lauf“ vor, was das neue Album schmackhaft machen soll.

Zadok auf Stendal kann man am ehesten mit den mittlerweile nicht mehr existierenden Crematory vergleichen. Gitarrenriffs aus dem Metalbereich werden hier mit melodiösem Keyboardflächen kombiniert und daraus entsteht keine reine Metalplatte, sondern eher eine Symbiose aus 80s Rock und modernen Gothicelementen. Die Stimme des Sängers Andreas Pohlmann ist in die Kategorie „Weissglut“ nur etwas höher einzuordnen. Die deutschen Texte wirken zunächst fremdlich, aber sobald mit „Tier“, dem Eröffnungstrack ein Anfang gefunden wurde, gewöhnt sich das Ohr sehr schnell daran.
Hin und wieder werden ein paar Punkelemente á la Abwärts eingestreut. Die Texte handeln zum größtenteil von Dunkelheit, Tod und Teufel. Gothic-Rock der etwas härteren Gangart, stellenweise sogar sehr spaßig, wenn man auf die Texte achtet. Kritkpunkt hier wären die etwas abgelutschten Themen: Viel mit Angst, Nacht und Schatten… dies verleiht der Band die Möglichkeit, sich textlich gesehen in jede Gothic-Ecke einordnen.

Aber Zadok können auch anders: Da klingt beim dritten Track „Angsttraum“ sogar Atmosphärisches mit. Und Spaß gönnen sich die fünft mit „Die Nacht Ist Da“, wo ich meine zu hören zu glauben, dass das charakteristische Piepen der Raumschiff Enterprise aus den 60ern entstammt, bis es ausbricht und Zadok sich gewohnt rockig präsentieren.

Alles in allem laufen die Songs dann herunter. Seltsamerweise wurde das Intro auf Track Nummer 10 verbannt. Ob das nun Absicht war oder nicht, weiß nur die Band. Auf jeden Fall wird damit „Plumpersack“ eingeleitet, was sich durch seine ungewöhnliche Härte vom Rest des Album abhebt.
Definitv das stärkste Stück auf „Leb und Lauf“ stellt „80 Millionen“ dar. Sehr schöner Klangbogen und ein Refrain, der zum Feiern einlädt und wiedererkennungscharakter hat.

Abschließend zu sagen ist, dass Zadok eine gute Gothic-Rock-Band ist, die allerdings an manchen Stellen an sich arbeiten müsste, vor allem an den Texten. Erinnert mich doch schon zu sehr an gänige Bands wie In Extremo, nur ohne Mittelalterelemente oder anderen Gruppen aus diesem Berich. Aber Geschmäcker sind ja auch bekanntlich verschieden.

Besetzung:

Andreas Pohlmann – gu, vo, ly
Jens Bergmann – key, sam, vo
Danilo Huhle – gu
Jörg Meyer – ba
Denis Buschke – dr

Diskographie:

Painful Life – Schliesse deine Augen
Painful Life – Götzendämmerung
Zadok – Die Augen sind leer
Zadok – Leb und Lauf
Zadok – Zu den Fischen (vorraus. Sommer 2006)

Autor: Eniz

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