Der Wunsch des Frontmannes von The Fair Sex, Testify und Nice Goods ein reines Balladen Album zu veröffentlichen ist nun in Erfüllung gegangen. Das unter seinen Namen laufende Projekt zeigt die gefühlvolle Seite des Musikers. Ab 24. März 2006 ist das Album erhältlich.
Alles, was die tiefschwarz-romantische Trickkiste zu bieten hat, wurde hier aufgefahren: 15 epochale Perlen sind dabei herausgekommen. Der Schwerpunkt liegt hier ganz klar auf dem Piano, was die Basis gefühlvollen Balladen bildet und auf denen Myk Jung seine Gebilde aufbaut.
Tatkräftige Unterstützung erhält Myk Jung von namenhaften Musikern wie Ramon Creutzer, der bereits 2001 den Anstoß an ein reines Balladenalbum gab. Langjährige Bandkollegen unterstützen ihn genauso, wie seine 10jährige Tochter Allegra, die bei „A Dream Of Sway“ und „Veiled“ den Gesang übernahm.
Bleibt nur noch die Frage, wie das Album auf den Hörer wirkt.
Wenn man ein reines Balladenalbum vor sich hat, so ist die Gefahr schon recht hoch, dass es recht eintönig werden könnte. Die Arrangements sind perfekt aufeinander abgestimmt und zeugen von höchster Professionalität. Das ist nicht weiter verwunderlich, so arbeiteten hier hochkarätige Musiker zusammen, was auch der Grund war, warum Myk Jung zunächst das Balladenprojekt nicht unter seinen Namen veröffentlichen wollte.
Wie also schafft man es, ein Balladenalbum spannend zu gestalten ohne dabei Gefahr zu laufen, die oben erwähnte Eintönigkeit zu umgehen? So furchtbar schön die Balladen auch sind, aber 15 Tracks reine Ballade wären selbst für den schwarzesten Schwarzromantiker zu viel gewesen. Myk Jung umschifft das anhand der sogenannten „Flight I“ – „Flight VI“ Segmente, die zwischen zwei Balladen auftauchen. Es ist keine bloße Aneinanderreihung von Tracks, da ist durchaus Struktur in Form eines zweiten Fadens, der sich durch das Album zieht. Und diese stehen als Äquivalent zum eigentlichen Album, bilden aber zusammen mit den „neun verlorenen Balladen“ eine Symbiose.
Verwirrt? Muss nicht sein. Diese Flights sind kraftvoll, brechen aus den tieftmelancholischen Hauptstücken heraus und geben so die nötige Abwechslung auch mit Hilfe von verzerrten E-Gitarren, die jedoch nie die melancholische Grundstimmung verlieren. Das ist Myk Jung und seinen Kollegen sehr gut gelungen und war ein sehr wichtiger Schachzug, ansonsten hätte sich das Album in seinen Balladen verloren und spätestens nach der Hälfte seine Kraft verloren.
Die „Flight“ Tracks sind im Übrigen auch der Namensgeber des Titels des Album, da anhand der Musik und auch der Songnamen die Abnahme des Zeniths beschrieben wird.
Autor: Eniz












