Ganze zwei Jahre haben Metanoia an „In Obsuro“ gearbeitet. Unterstützt von niemand geringerem als Carlos Perón steht das Album nun in den Startlöchern. Ein Veröffentlichungs-Termin ist allerdings bis dato noch nicht bekannt.
Bereits im Jahre 2000 schlossen sich Roland Vallersleben und Marc da Winter zusammen und stampften das Elektro-Avantgarde-Pop-Duo „Metanoia“ aus dem Boden. In dieser Zeit schrieben sie bereits an Songs und Arrangements. Aber es sollte noch drei Jahre dauern, ehe die Kreativität Früchte tragen sollte. Bedingt durch das Leben draußen, mussten die Arbeiten unterbrochen werden. Bundeswehr, Lehre, Abitur…
Die ersten Reaktionen waren ernüchternd. So entschloss man sich dem bürgerlichen Leben zu widmen und mit der Musik zunächst aufzuhören. Da Roland Vallersleben für die Bewerbung eines Offizier-Platzes leer ausging, widmete er sich 2004 wieder der Musik. Er verfeinerte seine Kentnisse an synthetischen Musikinstrumenten und schließlich erschien die allererste Metanoia Single „The unknown words from the youth of 21st Century“. Peter Titze, ein gemeinsamer Freund, stellte den Song Ronny Jaschinsky vor, der ein kleines Industrial Label führte.
Er entschloß sich, den Song auf einem Sampler zu veröffentlichen.
Beflügelt von diesem Erfolg schlossen sich Metanoia ins Studio ein und arbeiteten intensiv am ersten Album „Grenzenrausch“. Endlich kamen die positiven Resonanzen. Schnell wurde auch der Kontakt zu Carlos Perón hergestellt, der dann die EP „Über Berlin“ mitproduzierte. Die Arbeiten am neuen Album „In Obscuro“ gingen in die neue Runde.
Nun steht die Veröffentlichung des neuen Albums an. Metanoia haben die Höhen und Tiefen miterlebt, wissen, was es heißt, zurückgewiesen zu werden und wie inspirierend ein kleiner Erfolg sein kann. „In Obscuro“ ist daher schmerzend-tragisch ausgefallen. Denzente Synthieklänge bilden hier mit dem Gesang von Marc da Winter eine teils mystisch, teils tiefschwarze kohärente Symbiosis, die unaufdringlich aus den Boxen fließt.
Der Einfluss von Yello-Gründer Carlos Perón ist unüberhörbar und es stellt sich als gute Wahl heraus. Auch die Einflüsse früher Tage, besonders die Drum&Loop Elemente mit denen Soundtüftler Roland Vallersleben anfangs experimentierte, sind besonders auf der Demo „Spliffing in the Jungle“ vertreten.
Als eine weitere Band der sogenannten Neuen Deutschen Todeskunst kann man Metanoia ganz gewiss nicht bezeichnen. Dafür bedienen sie sich mit zuvielen Stilrichtungen, die vor allem in den Instrumentalstücken zum Vorschein kommt.
Gesanglich lässt sich das Duo in die Alexander Veljanov-Sanguis et Cinis-Ecke einordnen. Dunkle Stimmen mit langgezogenen Gesangspassagen, wie sie Deine Lakaien üblicherweise machen, zeigen hier ganz deutlich auch diesen Einfluss. Wohlgemerkt Einfluss und nicht Kopie. Dafür sind Metanoia zu abwechslungsreich.
Deutlich ins Auge, bzw. ins Ohr sticht „Majestic Solution“. Mit Sprachsamples aus 2001: Odysee im Weltall ähnelt es sehr dem Wolfsheim-Hit „Once in a Lifetime“: Das liegt auch nahe, da Carlos Perón auch bei Wolfsheim die Finger im Spiel hatte und erneut zeigt, dass Carlos Perón wunderbar mit Metanoia harmoniert.
Den anderen Stich kann man mit „Grammophinicon Part.2“ erwähnen, was einen krönenden Abschluss findet und auch die klassische Seite des Duos aufzeigt.
Abschließend kann man das Album in zwei Lager aufteilen: Zum einen der ganz deutlich in den Dark-Wave einzuordnenden ersten Teil der CD und zum anderen der flottere, Carlos Perón inspirierte zweiteTeil, kann hier nur als Bereicherung bezeichnet werden.
Da mir zunächst erstmal nur eine Demo-CD vorlag, kann es sein, dass das Cover der CD bis zur Veröffentlichung variiert.
Autor: Eniz












