Ein neues Label, ein neues Genre. Ok, so neu sind Industrial, Ritual und Ambient nun nicht, aber die Kombination aus allen zusammen ist neu. Greifenkeil haben Ende 2005 ihre erste EP veröffentlich mit den Namen „Moog“.
Spätestens hier sollte es einen hohen Wiedererkennungwert bei einigen Musikern geben, die sich mit synthetischer Musik beschäftigen und die sogenannten Moog-Synthesizer ihnen ein Begriff sein sollten.
Tatsächlich war es Robert Moog, der die ersten Synthesizer in den 50er Jahren entwickelte.
Bands wie Pink Floyd und Kraftwerk setzten sie ein, Stevie Wonder und Steve Winwood benutzten ihn. Robert Moog ist am 21. August 2005 verstorben.
Ihm zu Ehren veröffentlichten Greifenkeil die nach ihm benannte EP.
Wie eingangs erwähnt vermischen Greifenkeil in ihrer Musik, die ausschließlich durch elektronische Elemente lebt, Dark Ambient mit Ritual und Industrial. Eine Kombination aus diesen Stilen ist mir schon lange nicht mehr untergekommen. In den verschiedenen Remix-Versionen, die im Aufbau alle etwa gleich sind, baut das Lied sich selbst einen Spannungsbogen und durchdringt bzw. tangiert damit die oben genannten Richtungen.
Unterlegt sind sie durch Sprech-Samples von Robert Moog, die aus dem Film „Moog“ von Hans Fjellestad entnommen wurden.
Einzig „Passage“ ist etwas zu lang geraten, da hier der Schwerpunkt auf Ambient gelegt wurde und wie bei fast jedem Ambient Stück muss man erstmal in den Track reinhören, ehe man Zugang dazu hat.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Zusatztracks „Time, Space, Energy“, „Inspiration“ und die bereits erwähnte 17-minütige „Passage“. Diese wurden ausschließlich nur mit Moog-Geräten produziert.
Greifenkeil haben sich selbst neue Stile erschaffen. So nennen sie, je nach Gewichtslage, sie „Greifenpop“ oder „Industriekeil“. Als Erklärung ist nachzulesen, dass der bewusste Verzicht auf akustische Instrumente eine Kontrameinung zu den gänigen bestehenden Kategorisierungen darstellt: Sie versuchen zu erklären, dass die Bandbreite eines Künstlers nicht mit einem Schlagwort zu erfassen sei und neue SubGenres geschaffen werden müssen.
Im Frühjahr erscheint das gleichnamige Album, zu beziehen ist die CD über den unten angegebenen Link.
Abschließend ist zu erwähnen, dass die sehr dunkel gehaltene Grundthematik in der Musik Greifenkeil’s eindringlich und mit einem Mal Durchhören nicht zu erfassen ist. Es gibt immer wieder was neues zu entdecken und das macht Greifenkeil nicht zu einem langweiligen Pausenfüller.
Robert Moog wäre begeistert gewesen, würde er noch leben.
Autor: Eniz












