Da hatte der gute Gerry Owens – seines Zeichens Mastermind der Newcomercombo „Lluther“ – doch wirklich mal eine grandiose Eingebung, als er eines Morgens aufwachte und sich entschloss musikalisch neue Wege zu gehen…

Jüngst als Supportact für die Jungs von Limbogott zum allerersten Mal in Deutschland unterwegs, hatte ich die Ehre, Lluther ein wenig zu ihren Plänen, sowie ihren Liveaktivitäten zu befragen.
Nun, da am 21.10. die Veröffentlichung ihres Debutalbums „Agents Of Empire“ ansteht, ließ ich es mir natürlich auch nicht nehmen, schonmal vorab ein wenig Probe zu hören und da es die Platte binnen kürzester Zeit tatsächlich geschafft hat, von dem „ein wenig Probe hören-Status“ schnurstracks in die momentanen Top Five meiner persönlichen Home-Playlist aufzusteigen, komme ich nicht umhin, Euch dieses Goldstück industriellen Metal ein wenig schmackhaft zu machen….

Stetige stimmliche Wechselbäder zwischen einem nackten, zerbrechlichen Hauchen und ekstatischem Geschrei a la Trent Reznor in Bestform, bilden das Klanggerüst von Lluther´s Songs und diese Übergänge zwischen Strophe und Refrain sind dermaßen perfekt inszeniert, dass sie gleich beim ersten Anspielen unweigerlich ins Ohr gehen.
Gerry verfügt über eine dermaßen charismatische,mitreißende Stimme, dass ich mich wirklich nicht erinnern kann, wann ich mal jemanden auf vergleichbar verführerische Art und Weise „You´re my control“ habe ins Mikro schreien hören – da geht Frau doch das Herz auf und der Puls schießt in die Höhe…
Abgesehen von Gerrys stimmlicher Präsenz wird auch mit der Instrumentierung nicht gegeizt und so finden sich auch hier eher ruhige, melodiöse Passagen, mit viel Keyboard, welche dann langsam aber sicher in regelrechten Wut – oder Verzweiflungsausbrüchen eskalieren. Fette, harte Gitarrenwände baden in solide arrangierten Drumbeats und es scheppert gehörig, wenn man seinen CD-Player mit „Agents Of Empire“ verwöhnt – eben ganz wie es sich für eine Industrial-Metal-Combo gehört. Allerdings haben die Jungs zwischen dumpfen Beats, harten Gitarrenriffs und aufrüttelndem Gesang zu keinem Zeitpunkt das Gefühl für Melodie, Songstruktur und einen gewissen Touch an Sanftheit verloren, was den Sound im Gesamten von rauhem Geknüppel unterscheidet und auf ein ganz anderes Niveau hebt.

Da sage ich doch mal: Hut ab! Lluther legen uns mit ihrem Erstling eine echte Alternative für all diejenigen, denen Linkin´ Park zu weich oder Ministry zu unmelodiös ist, vor und es bleibt zu hoffen, dass diese mehr als solide Industrialrock-Scheibe hierzulande den Respekt erntet, welcher ihr gebührt! Für alle, die nun neugierig geworden sind und sich auch live von den Qualitäten der Iren überzeugen möchten, sei angemerkt, dass sie im November diesen Jahres noch einmal auf Tour gehen werden und das man einen Gig der Newcomer in seiner Nähe auf keinen Fall verpassen sollte!

Autor: Eniz

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