Das dritte Album um Overkill-Bassist DD Verni erscheint am 17.10.05. Der Arbeitswütige hat nicht nur mit Overkill genug um die Ohren, nein, seit 1998 lässt er seine akustischen Ausbrüche auch mit „The Bronx Casket Co.“ auf die Hörer los.

Verstärkung erhält er von Overkill Drummer Tim Mallare, Gitarrist Jack Frost (Seven Witches, Ex-Savatage), Charlie Clav (Keyboard) und Sänger Mike Hideous (Ex-Misfits). Herausgekommen ist 2000 das gleichnamige Erstlingswerk, folgend vom 2001er „Sweet Home Transylvania“, was auch gleich suggerierend für den Musikstil einzuordnen wäre. Erwartet man in dieser Konstellation (Overkill/Savatage) doch zunächst einen prolligen Power-Metal, so wird man doch von dem vordergrundigen Doom und Gothic Einflüssen schnell eines Besseren belehrt. Auch heißt man die typisch-transylvanisch-draculanischen Keyboardeinblendungen herzlichst willkommen, da diese den typischen Tanz-der-Vampire Festball Musikhintergrund gleich mitliefern.

Schwer tragende Keyboard Flächen und enorme Gitarrenriffs locken die Moscher, Spandex-Hosenträger, Armkreiser, Burgfeen und die Dark Lords of Darkness gleichermaßen auf die Tanzflächen. Allerdings können The Bronx Casket Co. ihre Powermetall wurzeln nicht lange unter diesem samtigen Deckmantel verstecken. Der 80er Jahre Prollmetall Gesang, der aktuell war, als Phil Anselmo von Pantera noch hüftlanges Haar hatte und noch nicht im Stimmbruch war, sind dann doch eher was für die spezialisierten Musikfetischisten.
Overkill Fans werden sicherlich positiv überrascht werden, da diese hier vom gewohnten Trashmetall weggehen.

Nichtsdesto und trotz der eher peinlichen Mode und Gesang-faux-pas der Vergangenheit versucht das bunt zusammengewürfelte Quintett ihre Sache gut zu machen und stehen mit Sicherheit auch hinter der Musik. Aber ich finde, dass sie dem Zahn der Zeit etwas zu tief auf die Wurzel gebohrt haben und wie bei jeder Endodontie tut das ohne Narkose weh.
Ein eindeutiger Pluspunkt ist auf jeden Fall die Abwechslung mit einem stellenweise femininen Gegengesang und die dunklen Gothic- und Doomeinflüsse. Freunde von Lynard Skynard werden sich sicherlich auch über die 9:00min Coverversion von „Free Bird“ freuen, ebenso diejenigen, die eine gut sortierte Power-Metall Sammlung besitzen und von ihren Vorbildern von Savatage und Overkill etwas Neues hören möchten.

Autor: Eniz

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