Am 23.09.2005 erscheint das Debüt-Album der fünf Hamburger.
„Wir reden hier über Gitarrenmusik mit deutschen Texten – und zwar voll auf die Zwölf. Logisch, daß unser Bandname knallen muß: Revolverheld – das klingt nach Duell, Konfrontation, Übermut und Abenteuerlust. Passt zu uns – also Abfahrt!“, wie uns der Frontmann Johannes Strate sagt.
Die fünf charismatischen Hamburger Revolverhelden haben bereits mit ihrer erster Single „Generation Rock“ bereits Anfang Juni für Aufsehen gesorgt (mindbreed Rezension hier ). Die männliche Antwort auf Silbermond, nur erwachsener und reifer und aus dem Norden, machen solide Handarbeit. Eben noch im Proberaum, jetzt schon auf der „The Dome“ Bühne. Und sie haben das verdient. Erstrahlten und verglühten ähnliche Bands wie „Cucumber Man“ am Himmel, wirkt das Debüt Album „Die Welt steht still“ wie Bepanthen auf unsere mit Salz überstreuten Wunden.
Es wirkt vom ersten Moment sympathisch und sehr eingängig. Nicht zuletzt wegen der Texte, die einerseits Gesellschaftskritik ausüben und andererseits triviale Alltagswehwehchen behandeln. Die Stimme von Sänger Johannes Strate ist angenehm warm und irgendwo drückt es auch Melancholie aus, die man einfach nur gern haben muss und mich stellenweise entfernt an Jack Johnson erinnert, der die Akustik-Klampfe gegen eine E-Gitarre ausgetauscht hat.
Dabei geht er auch nicht gerade zimperlich um, wenn er mit seiner Exfreundin abrechnet („Freunde bleiben“) oder eine klare Ansage macht und loslässt („Die Welt steht still“, was übrigens die zweite Singleauskopplung sein wird). In diesem Sinne fand ich die textliche Metapher sehr gelungen, was das Erkalten zwischen zwei Menschen angeht. Überhaupt haben die fünf ein geschicktes Händchen, was das Songwriting angeht.
Zwischen all diesen eher traurigen Bekenntnissen vergessen Revolverheld allerdings auch nicht ihre Wurzeln, die ganz klar im Rock’n Roll liegen und sie nicht müde werden, diese auch anzupreisen („Generation Rock“, „Rock’n Roll“).
Sowohl das Songwriting als auch die Kompositionen, die auch mit Streichern unterlegt sind, heben sich hier ganz klar ab und bringen zwar musikalisch nichts einzigartig Neues, aber die Mischung machts und gerade das macht Revolverheld einzigartig. Identifikationssymbolik dröhnt hier wie ein roter Faden aus den Lautsprechern.
Autor: Eniz












