Philip Boa – Wegbereiter und der Mann, den man braucht, um einen Ausnahmezustand hervorzurufen. Der Rebel aus den 90ern, der immer präsent war, veröffentlicht ein neues Album. Die Singleauskopplung „Burn All The Flags“ ist bereits veröffentlicht; das Album steht bereits in den Startlöchern.
Eines der Urgesteine des Indiependent meldet sich zurück, obwohl er nie richtig weg gewesen ist. Boa, der mit den Einstürzenden Neubauten als DER Export gehandelt und auch von der Presse von Übersee hochgelobt wurde, machte bereits in den 80ern sich bemerkbar und prägte die Indie-Bewegung nachhaltig. Beeinflusst vom Punkrock der 70er, tat er sich 1985 mit Pia Lund zusammen und geboren wurde „Philip Boa & The Voodooclub“. Pop, Indiependent und Avantgarde sind die Schlagwörter, mit denen man Philipp Boa am besten verbindet.
Mitte der 90er lies er den Voodooclub ruhen und legte mit „Voodoocult“ eine härtere Gangart ein. Allerdings konnte sich der Voodoocult nie aus dem Schatten des Voodooclubs herauskristallisieren und verblieb mit mäßigem Erfolg.
1997 trennte sich Boa vom Voodooclub und veröffentlichte „Lord Garbage“, was Fans und Kritiker vor dem Kopf stoß. Erst 2003 war der Voodooclub wieder in aller Munde, als sich Boa und Pia Lund wieder zusammentaten und gewohnte Boa-Lund’sche Musikperlen ans Tageslicht brachten. Never change a winning Team.
Nun erscheint am 29. August das neue Album der beiden Eheleute. Die erste Singleauskopplung „Burn All The Flags“ ist bereits erschienen und die beiden singen in einem Uptempo-Stück, dass sie wieder zusammengehören. Fans haben es bereits geahnt, als das befreundete Label „L’age D’or“ bereits „20 years of Indie Cult“ veröffentlichte. „Decadence & Isolation“ ist Boa’s Comeback-Album für „Motor Music“.
In gewohnter Tradition und mit den markanten Stimme der beiden, haben sie ein solides Indie-Allbum hervorgezaubert. Die Elektronik wurde herunter-, die Gitarrenverstärker dafür hochgedreht. Kompromisslos scheppert das Album durch die Boxen und lässt kein Platz für schlechte Kritiken.
Hier ist nichts verschnörkelt, der Takt folgt gnadenlos dem 4/4, und das alles unterstützt von der bezaubernden Stimme der Pia Lund, die uns in jungen Jahren, Anno 1993 mit „Love On Sale“ aus dem „Boaphenia“ Album unsere ersten zaghaften Indie-Wurzeln begossen hatte.
Philip Boa gehört wahrlich zu denen der alten Schule. Das, was Bauhaus 1978 angefangen haben, perfektioniert Boa mit dem Voodooclub bis heute und gilt einer der besten in seiner Kategorie. Er versteht es, auf dem Album Melodien dezent zu erzeugen und diese interessant für den Hörer zu halten. Aber ohne Pia Lund’s Stimme wäre die Platte nur halb so schön.
Das Album hat nichts mit Decadence und Isolation zu tun – es ist eingänig und wunderbar zu hören. Ein sehr gelungenes Comeback des Ausnahmekünstlers aus Dortmund.
Autor: Eniz












