Was passiert wohl, wenn man die Einflüsse aus Pop der 80’er mit denen des EBM vermischt? Es mag anmaßend klingen, aber heraus kommen sollte dabei prophetisch angedachter Krach, wie ihn die Band präsentiert, die eigentlich keine unbeschriebenen Blätter mehr, aber dennoch noch recht unbekannt sind.

Bandinfo
Prophetic Noise gründeten sich bereits 1995 mit Steffen Kötterheinrich (Composing, Arranging & Engineering) und Thomas Jeltsch (Programmig, Sampling). Im Jahr 1997 erschien bereits das erste Album „To the sea“, welches noch unter Zuhilfenahme des legendären Amiga entstand. 1999 folgte nach einem Umstieg auf modernere Technik auch eine lokale Veränderung, die das Album „Black forrest“ zur Folge hatte.
Bereits am 14. April diesen Jahres erschien die aktuellste Scheibe des Duos, das sich auf dieser Maxi der Gastauftritte von stimmlich begabten Bekannten bedient und die auf den vielversprechenden Namen „Mastermind“ hört.

Mastermind
Die EP beinhaltet sechs Titel, tendierend zwischen 80’er Jahre-Pop und leichtem Elektro, bei dem Akzente durch flotte Samples in recht hohen Tönen und eine relativ bassbetonten Grundstruktur gesetzt werden. Auf diese Art werden knapp 25 Minuten unseres Lebens beansprucht, die sich allemal lohnen, sie investiert zu haben. Die Musik von Prophetic Noise ist zwar bei weitem nicht so auffällig, wie es sich bei diesem Namen aufdrängt, aber dennoch einprägsam, auf positiv hinterhältige Art. Die recht einfachen Melodien scheinen sich schnell einzunisten, doch dem ist nicht ganz so, erst später, wenn man an die Scheibe schon gar nicht mehr denkt, taucht sie plötzlich als Soundtrack zu den Alltäglichkeiten auf und erweist sich als beste dafür.

„Speed of time“ und “Glowing hands” werden komplett von Jennifers klarer und sehr heller Stimme getragen, die die poppige Mischung an Instrumentalik umschmeichelt. Tempo ist hier angesagt und so schnell, wie die Stücke begannen, sind sie auch schon wieder vorbei.
Recht schleppend und mit männlichen Stimmen wird uns „Profiler“ präsentiert, das etwas gewöhnungsbedürftig ist, weil die Melodie immer wieder durch die benutzte Art Sprechgesang unterbrochen der zumindest verzögert scheint.
Im Titelstück „Mastermind“ endlich vereinen sich sowohl weiblicher wie auch männlicher Gesang als auch sonstige verwendete Elemente. So hat dieses Lied eine durchgehende Melodie, die jedoch leichte Anleihen an den Vorgänger auf dieser Veröffentlichung hat.
„Way to redemption“ entführt uns glaubenstechnisch kurz in arabische Gefilde und „popt“ gemächlich vor sich hin und macht so auf Prophetic Noise-sche Art klar, dass dieses Thema ein heikles in Bezug auf Religion sein. Der Denkspielraum ist hier grenzenlos, es geht rein instrumental mit zeitweise eingestreuten Auszügen aus Gebeten zur Sache.
Die Frage danach, was wirklich real ist, behandelt das Duo im letzten Stück, das wieder etwas flotter ist und das Sextett an Titeln abrundet.

Urteil
Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass sich Prophetic Noise zwar von den Grundstrukturen her des öfteren wiederholen, diese aber trotzdem reizvoll und interessant sind, ebenso wie die restlichen verwobenen Elemente, die zu einem gut abgestimmten Mini-Pop-Album mit Einschlägen aus anderen Bereichen geführt haben.

Titelliste:
1.Speed of time
2.Glowing hands
3.Profiler
4.Mastermind
5.Way to redemption
6.What is real?

Autor: Michael

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