Schon das letzte Album der Mannen um Micha Rhein, besser bekannt als Das Letzte Einhorn, zeigt, dass In Extremo neue Wege weg von den ursprünglichen Melodien des Mittelalters hin zu mehr Einflüssen aus Rock und Metall bestritten haben. Auch „Mein rasend Herz“ schlägt in diese Kerbe und dürfte einige der alten Fans der Band zumindest verwirren.

Der Opener „Raue See“ ist ganz ordentlich und weiß die Waage zwischen neuen und alten Instrumenten zu halten. Auch das folgende „Horizont“ ist gefällig, ob die Mitwirkung von „Die Happy“-Frontfrau Marta Jandova nötig war, sei dahin gestellt. Wenigstens das „Wasserbronner Gebet“ ist ein typisches Mittelalter-Stück, wohingegen „Nur Ihr allein“ und der Titeltrack der CD den Eindruck der ´Toten Hosen mit Sackpfeifen´ nicht abstreifen können.
„Fontaine La Jolie“ ist wie „Macht und Dummheit“ ganz hübsch und „Tannhuser“, ein reines Instrumentalstück, führt auf das Highlight des Albums, nämlich das Stück „Liam“ hin. Dieses Stück wurde unter der Mithilfe des Reamon-Sängers Rea komponiert und handelt von einer Frau, die träumt, dass ihr Liebster namens Liam auf See zu Tode kam.
Sie sucht ihn Tag und Nacht, um dann vom Kapitän des Schiffes zu erfahren, dass ihr Liebster ertrunken ist.

„Singapur“ ist, wie der Name erahnen läßt von fernöstlichen Klängen geprägt, was nicht übel ist und mit dem harten „Poc Vecem“ und dem recht modernen „Spielmann“ schließt ein Album, das zeigt, dass In Extremo sich auf eine Reise zu neuen Ufern begeben haben. Wo diese Reise letztlich hinführt, bleibt offen.

Autor: Carsten

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