Seit der Reunion Anfang dieses Jahrtausends hat die Essener Kult-Combo mit Outputs wie „Katharsis“ oder „Black Heritage“ solide bewiesen, dass es lediglich etwas Zeit und einer „keativen Pause“ bedurfte, um an den bombastischen Erfolg von Evergreens wie „San Diego“ anzuknüpfen. Nach ihrem Best Of-Album „And nothing meant forever“ wähnte man die Herrschaften von The Eternal Afflict schon in den Memoiren der Elektro-Rock-Geschichte, doch wie heisst es im Booklet der besagten Platte noch so schön: „….but no end meant to be last“. In diesen Sinne sind die Essener rund um Cyan, Winus und Mark nun wieder am Start und warten – trotz einiger Line Up-Änderungen in den letzten Jahren – mit einem brandneuen Longplayer auf, der es auf allen Ebenen in sich hat…
Mit TEA jedenfalls hat sich so eine Band gefunden und es ist einfach schön, wie sie ihren Kult-Status auch auf ihrer neuen Platte (welche schon den vielversprechenden Titel „Euphoric And Demonic“ trägt) sowohl textlich, wie auch musikalisch untermalen können.
Ersteinmal muss ich allerdings gestehen, dass ich eine beachtliche Zeitspanne benötigte, um das Album in seiner kompletten Fülle und mit all´ seinen Facetten zu erfassen, da ich anfangs nicht einmal über den ersten Track (und dem gleichsamen Titelsong der Scheibe) hinauskam. Das Stück lief tagelang auf endlos und es viel mir mächtig schwer, mich diesen irrsinnig rockenden Beats zu entziehen. Es ist wahrlich selten, dass mich gleich der erste Song auf einem Album so sehr mitreisst, dass ich nicht aufhören kann, seinen Klängen zu lauschen, aber bei diesem Track stimmt einfach alles: Ein nettes, evil-mässiges Sample direkt zum Einstieg, Cyan´s prägnante, aufpeitschende Stimme, dieser klassische akzentuiert eingewobene Frauengesang im Refrain, hier und da atmosphärische Keyboard-Linien, elegant inszenierte Breaks und eine absolute Ohrwurm-Melodie – das allein garantiert schon einen Partykracher der gehobenen Sorte. Addiert man dann noch einen EBM-typischen Beat (welcher mich stellenweise etwas an die Newcomer von Proceed erinnert, aber im Großen und Ganzen noch packender und druckvoller ins Tanzbein gehen sollte) und peppt diesen mit einer dezent läutenden Kirchenglocke auf, dann rettet man jede Party!
Doch: Vorsicht! Man sollte keinesfalls den Fehler machen, beim Genuss dieses, zugegebenermaßen, grandiosen Openers des Albums zu „versacken“, denn „Euphoric And Demonic“ bietet noch viel mehr als den klassischen Tanzflächenstoff und die Jungs scheinen sich in sämtlichen Bereichen der düsteren Musiklandschaft ausgiebig und auf allerhöchstem Niveau ausgetobt zu haben. Von schaurigen Darkwave-Nummern, über verzerrte Stimmgefilde bishin zu deutschsprachigen Tracks mit ganz leichter Illuminate-Ambition: hier findet man alles, was das Herz begehrt und es ist schön zu hören, wie sich die drei Herren auch auf ihre „alten Tage hin“ immer wieder neu erfinden und des erfolgreichen Experimentierens mit verschiedensten Gerne-Einfüssen nicht müde werden. Eine beachtliche Entwicklung, ganz eng am Puls der Zeit, jedoch ohne Authentizitätsverlust – das soll ihnen erstmal jemand nachmachen…. Hut ab!
Autor: Shirin












