Carsten Klatte ist der Mann, der hinter Lacasa del Cid steckt. Der Studiomusiker, der von Bands wie Goethes Erben, Wolfsheim und anderen sehr hoch angesehen wird, bringt nun seine Soloplatte raus.

Betrachtet man das Cover dieser Band, so könnte man gar nicht auf die Idee kommen, dass sich dahinter ein Musiker versteckt, der in ähnlichen Gewässern wie Nick Cave schwimmt. Mit reichlichen NeoFolk-Klängen lassen sich Lacasa del Cid allerdings auch nicht in eine Pop-Rock Schublade stecken, da sich in den zugegebenermaßen eingänig und nach Popmusik klingenden Tönen auch eine tiefergelegene schwarze Romantik versteckt.
Die Inspiration lässt sich leicht raushören: wie schon erwähnt Nick Cave and the Bad Seeds, teilweise ältere U2 Sachen und auch ein wenig Christian Death und Bat-Cave Elemente verschmelzen.
Das geniale daran ist, dass sich sogar Neil Young und Lou Reed Hörer an dieser Musik sich durchaus erfreuen können. Wer den Film „Dead Man“ mit Johnny Depp kennt, hat sicherlich auch den Soundtrack nicht vergessen. Wer aber jetzt denkt: Western-Musik? Interessiert mich nicht, muss allerdings bedenken, dass sich diese zugegenermaßen lapidar ausgedrückte Bezeichnung in Ermangelung einer besseren auch so nicht zutrifft. In Wahrheit kann man Lacasa del Cid nicht in eine Schublade stecken, da sich Carsten Klatte auch an Neo-Folk Elementen wie bei Current 93 und Sol Invictus bedient und somit eine einzigartige Mischung aus allen Genres zusammenstellt…

Schön und gut; und wer ist nun dieser Carsten Klatte? Und was hat er in Gottes Namen mit Goethes Erben, Wolfsheim, Girls under Glas und Project Pitchfork am Hut?
In Wirklichkeit ist Lacasa del Cid ein Solo-Album dieses sehr facettenreichen Studiomusikers, der regelmäßig bei den oben genannten Bands aushilft bzw. sie unterstützt. Und so schließt sich der Kreis und man muss sich nicht mehr wundern, woher diese seltsame Mischung aus Neo-Folk, Punk und Bat-Cave herkommt. Erst recht nicht, warum sich Bobok, Zello 40, The Fairsex, Rotersand und Jose Alvarez Bill auf „Lonestar“ verirrt haben, die dort von einigen Songs Remixe anbieten und somit das Debüt-Album auf 17 sehr abwechslungsreiche Lieder abrunden, was einen sehr breiten Musikradius abdeckt. Sehr gelungen ist der „Zelle 40“-Remix von „Remote View“, der sogar in die härtere Elektroschiene geht.

Sehr beeindruckend, auch wenn die anfänglichen Bonanza-Gitarren verwirrend sind, entspiralisiert sich „Lonestar“ zu einem Geheimtipp. Unbedingt reinhören und sich nicht erschrecken lassen am Anfang. „Lonestar“ gibt sich erst später zu erkennen, was für ein gewaltiges Musiktalent dahinter steckt.

Autor: Eniz

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