Oh ha, da hatte ich mir in Bezug auf das fulminante Comeback der Atari Teenage Riot-Ikone – a.k.a. Mr.Alec Empire- absolut keine falschen Hoffnungen gemacht! Im Gegenteil! Es geht bei Herrn Empire anscheinend wirklich immer noch etwas härter als erwartet und somit wurde ich schon bei der ersten Listening-Session von „Futurist“ mit voller Wucht von einem musikalischen Aufstand, der seinesgleichen sucht, erfasst. Eine kompromisslose Symbiose aus Punk, Metal und grandiosen Elektronik-Industrial-Noise-Elementen schleuderte mich, ohne groß zu fackeln,in meinen Sessel und ließ meine Kinnlade bedrohlich gen Boden sinken…
Das der gute Alec absolut kein unbeschriebenes Blatt im Musikbuisiness darstellt, dürfte den meisten sicherlich geläufig sein – sogar Rammstein schätzen sein Talent als Remixer so sehr, dass sie Alec jüngst um eine Neuauflage ihres Hits „Amerika“ baten. Hierzulande ist er bisher leider noch nicht ganz so erfolgreich wie zum Beispiel in Japan – was anhand dem japanischen Faible für unterkühlte Direktheit und Bedingsungslosigkeit im künstlerischen Bereich nicht weiter verwunderlich sein dürfte (man werfe nur einen kurzen Blick auf einige japanische Filmoutputs, welche nun wirklich an die Grenzen des Erträglichen gehen) – jedoch bleibt zu hoffen, dass er durch „Futurist“ einen weiteren bedeutenden Stein in seiner beachtlichen Karriere gelegt hat, da die Platte allemale über ein solches Potenzial verfügt!
Durch ein deutlich angezogenes Tempo, einige eingeflochtene Heavy-Riffs sowie einer unverkennbaren Punk-Attitüde macht „Futurist“ mehr als deutlich, dass der Rock ´n´ Roll definitiv nicht tot ist und haut mit gleichsam verstörenden („Vertigo“, „Overdose“) wie wilden Tracks erbarmungslos auf die Gemüter sämtlicher Schlaftabletten unter uns. Um es in Alecs Worten auszudrücken: „I am here to stay! You better watch out ´cause I came to terminate… – I came to raise the energy!“ Weiß Gott, das tut er – ganz gewaltig sogar! Und so präsentiert sich „Futurist“ irgendwo zwischen Anarcho-Image und „sonnenbebrillter Coolness“, mit direkten, revolutionären Songs, welche ihre Message absolut nicht verfehlt haben: Sie schlagen ein wie eine Bombe, hinterlassen einen derben Krater, sind extrem aufwühlend und regen, trotz – oder gerade wegen – der direkten Lyrics, intensivst zum Nachdenken an. So hab´ ich mir das vorgestellt!
Autor: Shirin












