Nasale Schnodderlaute, wie man sie von Engländern gewohnt ist, sucht man hier vergebens. Das Elektrizitäswerk Y-Luk-O hat die Tore geöffnet und ladet die Besucher zu einer 45 Minuten Besichtigungstour ein. Tanzen ist erlaubt.
Y-Luk-O sind zurück. Zwei Jahre nach dem letzten Album „Kerion Celsi“ sind sie nun mit dritten Release „Elektrizitätswerk“ am Start. Deutlich reifer geworden und mehr komplex als „Kerion Celsi“ kann man den F242-Einfluss kaum überhören. Und so folgen sie auch ihren belgischen Vorbildern und haben auch ein in deutsch gesungenes Lied auf der neuen CD, was man sich in voller Länger auf der Homepage herunterladen kann, um einen Eindruck zu kriegen.
Was auch neu ist, ist, dass E-Gitarren hier mehr im Vordergrund stehen und mehr Sprachsamples benutzt werden, was die oben erwähnte Komplexibilität nur unterstützt. Dunkel und düster stampfen die Beats über die Lautsprecher. E-Gitarren krachen im Hintergrund und liefern einen sehr kraftvollen Soundtrack für die Tanzfläche.
Die Musiker Yluko und Leonardo von Leibnitz spielen hier mit sehr vielen Elementen und variieren die Musik, wo sie nur können. Es wird Halt gemacht beim EBM, Industrial, Noise und Synthie-Pop. Mal gröhlt Yluko ins Mikrophon, mal beweist er, dass er auch mehr kann, als nur Hau-Ruck-EBM und gerade das macht „Elektrizitätswerk“ zu dem, was es ist: ein Streifzug durch verschiedenste Genre und immer den roten Faden im Auge behaltend um der Musik den so typischen Y-Luk-O Sound aufzudrücken.
Was völlig aus der Reihe tanzt, ist wohl der 8.te Track „The Singing Bard“. Mit einer Clean-Giatrre begleitet und sehr an Jazz-Bebob erinnert, frage ich mich, ob Y-Luk-O einen Aussetzer gehabt haben. Es klingt lustig, keine Frage, aber auch sehr befremdet und stellt einen sehr deutlichen Schnitt dar.
Mit Streichern und einem sehr gediegenen, klassischen Arrangement schließen Y-Luko-O das Elektrizitätswerk mit „Plastic“ ab und haben in knapp 45 Minuten dem Hörer jede Menge Volt durch das Tanzbein gejagt.
Autor: Eniz












