Es scheint ja wirklich so, als hätten sich sämtliche Szenegrössen zum Jahresauftakt zusammen getan, um die Fans jeweils mit ihren langersehnten, neuen Werken zu verwöhnen. Auch Lacrimosa schlägt derzeit ein weiteres Kapitel im Buche ihrer einzigartigen Karriere auf und präsentiert uns ihre frisch erwachte „Lichtgestalt“ in Form einer Melodie-gewordenen, tiefschürfenden Auseinandersetzung mit der „gefallenen Spezies Mensch“. Kerze an, Augen schließen und Öhrchen spitzen!
Man mag sicherlich richtig liegen wenn man feststellt, dass es bis dato wohl keine andere Band geschafft hat, dermaßen große Produktionen abzuliefern und einen dementsprechenden jahrelangen, bombastischen Erfolg zu feiern, ohne dabei in eine zweifelhafte Maschinerie aus Major Labels, Ausverkauf und stumpfer Profitgier abzudriften.
Das die schwarze Szene mit Chartstürmern wie Nightwish, HIM oder Within Temptation, derzeit mächtig im Trend zu liegen scheint und auch einer breiten Masse an Publikum zugänglich gemacht wird, ist ja wahrlich nichts Neues und man könnte meinen, dass Lacrimosa, als maßgebliche prägende Band der deutschen Gothic/Darkwave-Szene früher oder später auch in jenem Fahrwasser der Charttauglichkeit schwimmen müssten.
Jedoch irrt man sich mit dieser Auffassung gewaltig! Die beiden Schweizer sind sich und ihren Idealen über die Jahre treu geblieben und auch das neue Album „Lichtgestalt“ geht weiterhin einen konsequenten und eigenständigen Weg.
Schon anhand der ersten Klänge dürfte klar sein, wer sich für dieses Feuerwerk aus schwelgenden Lyrics, großen Emotionen und wundervollen Orchesterarragements verantwortlich zeigt. Es wird wie gewohnt natürlich nicht an Klischee gespart, aber schließlich haben Lacrimosa besagtes Klischee um ausgiebige Theatralik und dunklen Herzschmerz erschaffen und insofern sind allein sie auch berechtigt, dieses auf die Spitze zu treiben.
Vom Gesamten her wirkt die neue Platte etwas fragiler als ihr Vorgänger und auch im Bass-Bereich kann man ein paar Unterschiede feststellen, da dieser wesentlich aktiver ist. Ansonsten ist aber alles „beim Alten“ geblieben und somit stellt „Lichtgestalt“ für Fans auf alle Fälle einen absoluten Pflichtkauf dar. Das ich persönlich ältere Alben wie „Angst“ oder „Einsamkeit“ besser finde, ist nämlich mehr als subjektiv und ohnehin Geschmacksache. Objektiv jedenfalls wurde mit „Lichtgestalt“ eine weiteres, prächtiges Pflänzchen in Tilo´s klanglichem Garten gepflanzt und es bleibt zu hoffen, dass auch dieses Pflänzchen weiterhin ordentlich begossen wird!
Das jedoch, liegt nun allein an Euch…
Autor: Shirin












