Ein 20-jähriges Bandjubiläum ist wohl einer der würdigsten Gründe, in Erinnerungen zu schwelgen und so präsentieren uns The Fair Sex den Best Of zweiten Teil…
An dieser Band kam und kommt man auf Dauer nicht vorbei – Auf jeder der bekannten Samplerreihen sollte sie vertreten gewesen sein und irgendetwas muss einen zwanzig Jahre andauernden Bestand und Erfolg rechtfertigen. Dennoch soll es immer noch Leute geben, die gerade mit Bands dieser Generation nicht viel zu tun haben (wollen).
„Thin walls II“ ist ein Rückblick auf die Frühwerke der Band, denen eine Prägung durch die 80’er Jahre keinesfalls abgesprochen werden kann. Aber auch TFS selbst prägten die nachkommenden Bands mit ihrem ausbaufähigen und vielfach kopierbaren Stil.
So falsch Schubladendenken möglicherweise sein mag, sollte die Musik der behandelten Künstler problemlos als Goth-Elektro bezeichnet werden können. Unter Mitwirkung einer monotonen und ansatzweise kratzigen Stimme hämmern schnelle, harte Rhythmen auf den Hörer ein. Diese werden zum Teil durch das typische Modemusikwerkzeug der 80’er Jahre, das Keyboard, erweckt. Das Keyboard dient selbstverständlich auch mehr als alles andere zum Erschaffen der Grundmelodie. Diese könnte selbst bei bekennenden Gegnern des Goth-Elektros die eine oder andere anerkennende Geste auslösen, weil sie selbst für heutige Standards noch recht hohe Anforderungen hinsichtlich Komposition, Tanzbarkeit und Stimmungswechseln erfüllt. Vom Tempo her geht es gediegen bis gehetzt vor sich und so bleibt jedem auf der Suche nach dem persönlichen Favoriten Spielraum.
Weit tragender, dominanter und sich im Gedächtnis stärker festsetzender als das Keyboard jedoch sind die aggressiven und schrillen bis kreischenden Gitarreneinlagen, die eine zeitliche Zuordnung der Musik zu den Anfängen unserer Szene in den 80’er Jahren nahezu unfehlbar ermöglichen. In dieser Ansicht wird man durch den neutral bis weinerlich scheinenden Gesang nur bestärkt.
Obwohl die Band Einfallsreichtum beim Einsatz der Instrumente beweist, mögen beim ersten Hören die meisten Lieder ähnlich klingen, wenn man dieser Sparte unserer Szene nicht sehr zugeneigt ist.
Fans dieser Musikrichtung und Zeitepoche sollten ihren Spaß an dieser Scheibe haben, zudem sich eine Best Of immer gut im Regal macht, um potentiellen Hörern einen Einblick zu ermöglichen. Die Ansicht, dass im heutigen, schnelllebigen Musikgeschäft eine derartige Veröffentlichung überhaupt Gehör finden soll, ist lobenswert und bekommt hoffentlich ihre Bestätigung, aber gerade im Sog der noch immer anhaltenden Neopop-Welle dürften die Chancen nicht zu hoch sein. Hört doch mal rein, macht Euch Euer eigenes Bild und entdeckt vielleicht etwas Neues für Euch…
Titel:
1. Drop of blood,
2.The house of unkinds,
3.Hanging in kareyth,
4.Divine service,
5.What the devil,
6.Not now. Not here. S.U.B.,
7.The odour of rottenness,
8.No excuse,
9.The naked and the dead,
10.Tha pain that no-one knows,
11. Atr,
12.Helpless fall,
13.Boredom kills,
14.The jumping,
15.The black anger,
16.The wild ones fade,
17.Nervous Jesus
Autor: Michael












