Aus der Nähe von Orléans kommen Collection d´Arnell-Andréa, die mit Kammermusik-ähnlichen Tonwerken bereits in Frankreich auf sich aufmerksam gemacht haben. Nun folgt mit „The Bower of Despair“ ein Album, das am ehesten an mit vielen klassischen Anleihen Batcave erinnert .

Collection d’Arnell-Andréa kommen aus Frankreich, in der Nähe von Orléans. Das Septett existiert schon seit 1986 und wurde von Jean-Christophe d’Arnell und Chloé St Liphard gegründet, die bis zum heutigen Tag in der Band sind. Jean-Christophe d’Arnell schreibt fast alle Texte und komponiert die Lieder. Chloé St Liphard hingegen widmet sich dem Gesang.
Dabei entsteht ein Klangteppich, der unheimlich romantisch und zugleich tieftraurig ist. Wenn man die Musik von Collection d’Arnell-Andréa beschreiben sollte, so muss man vielerlei Attribute benutzen: „Kammermusik“ kommt da einem als erstes in den Sinn. Vergleiche zu „Elend“ werden gezogen oder zu „Die Verbannten Kinder Evas“. Heavenly Voices gepaart mit klassischen Elementen.

Dann neben dieser romantischen Atmosphäre, die zum Dark Wave zugeordnet werden kann, zeigen sich Collection d’Arnell-Andréa auch von einer anderen Seite:
Old-School-Dark-Wave im Stil von Bauhaus und älteren Theatre-of-Tragedy-Werken. Einflüsse, besonders in der Stimme, von Dead Can Dance kann man hier ebensowenig überhören wie klassischer Operngesang. Und so haben Collection d’Arnell-Andréa es bisher auf 11 Alben gebracht und sind seit 1990 auf zahlreichen Samplern vertreten. Zum Beispiel sind sie auf dem „Kälte Container“ präsent, der 2001 erschienen ist.

Und nun ist die neue CD „The Bower of Despair“ erschienen, die erstmals in der Bandgeschichte komplett auf englisch ist. Das nimmt natürlich erstmal den Reiz des Exotischen, aber macht die Band auch insgesamt zugänglicher, wobei sie vorher schon recht eingängig waren, wodurch sie sich nun damit auch erstmal aus der Geheimtipp-Schublade lösen können.

So fängt „The Bower of Despair“ mit dem Eröffner „From our dark side“, begleitend mit Ende-70er-Jahre-The Cure-Gitarren und Bass an und steigert sich, angetrieben von Cloés Stimme zu einem Batcave-Stück an. „The spirits of the dead“ ist hingegen flotter mit Violinen im Hintergrund und erinnert an alte Christian-Death-Lieder.
Mit „Before I die“ wird es wieder ruhiger und melancholischer. Keyboardflächen schaffen eine Grundlage für den hauchigen Gesang, der Rückenwind von Violinen erhält. Die sehr dunkele Stimme von Jean-Christoph d’Arnell erzeugt einen The-69-Eyes-Gesangskontrast zu der sehr femininen Chloé. Gemischt wird hier alles, was Töne erzeugen kann, und so sind hier auch Synthisizer zu hören.
Mit „Wild Trees“ folgt ein Stück, welches man sehr leicht mit Liv Kristines Tonlage verwechseln kann und ebenfalls sehr eindringlich ist. „Dark is veiling my dawn“ ist schon etwas popiger, aber unverkennbar im Stil der CD. „All I prayed, all I need“ fängt mit Violine und den typischen Clean-Gitarren an und entwickelt sich mit verzerrten E-Gitarren wieder zu einem Batcave-Song.
Das ungewöhnlichste Stück stellt „Because your Soul (leaves you to your fate)“ dar, abwechselnd ruhig und im nächsten Moment unterschwellig aggressiv.
„Time is fallen“ ist das einzige Stück auf der CD, bei dem Jean-Christop d’Arnell den Gesangspart übernimmt und irgendwie klingt es wie ein Lied von Eric Dravens Band in „The Crow“. Schwermütig und melancholisch. Das Ruder übernimmt bei „Doomed to memories“ wieder Cloé und bleibt ihrem Stil wie zuvor treu.
Altes „The Cure-Feeling“ kommt auf beim vorletzten Song, „Time always blows away“, und schließlich findet das Album mit „Procession“, einem fast experimentalen Stück zwischen Vilolinen, Celli und E-Gitarren, ein fulminantes Ende. Hier hört man auch alle sieben Mitglieder im Chor.

Collection d’Arnell-Andréa ist ohne Frage ein Tip und wirklich sehr hörenswert. Der Einfallsreichtum sowie das Talent dieser Band schimmert durch „The Bower of Despair“ hindurch und verglichen mit dem offiziellen letzten neuen Studioalbum „Tristesse des mânes“ sicher ein Fortschritt in Richtung restliches Europa.

Trackliste:

1. From our Dark Side
2. The Spirits of the Dead
3. Before I die
4. Wild Trees
5. Dark is Veiling my Dawn
6. All I prayed, all I need
7. Because your Soul
8. Time is Fallen
9. Doomed to Memories
10.Time Always Blows Away
11. Procession

Diskographie:

1988 Autumn’s Breath for Anton’s Death
1989 Un Automne à Loroy
1990 Au Val des Roses
1992 Les Marronniers
1994 Villers-aux-Vents (Février 1916)
1996 Cirses des Champs
1998 Coll AGE 1988-1998
2002 Tristesse des Mânes
2003 Villers-aux-Vents (Février 1916) – 2nd edition
2004 Un Automne à Loroy – 2nd edition
2004 The Bower of Despair

Aktuelles Line-Up:

Chloé St Liphard – Gesang
Carine Grieg – Keyboards
Thibault d´Aboville – Violine
Jean-Christoph d´Arnell – Keyboard/Vocals
Xavier Gaschignard – Cello
Vincent Magnien – Gitarren
Franz Torres_Quevedo – Bass Giatrre/Vocals

Die CD kommt im Digi-Pack und kann unter dem Link bestellt werden.

Autor: Eniz

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