Am 11. Oktober ist das neue Album „Vitalizer“ von A Spell Inside erschienen. Zwei Jahre sind ins Land gegangen seit dem letzten Longplayer „Hit“ und das Duo meldet sich wieder zurück, mit einem 13-Track-Album, das, seit der Gründung 1989, das dritte Album ist.

Die Neusser Band A Spell Inside existiert schon seit 1989. Damals noch als Trio trennten sich Michael Roeder (Gesang, Programming) und Peter Kirchmeyer (Synths, Sampler) von Klaus Rodewig (Gitarre) 1996 und so bestehen A Spell Inside seither aus den beiden Gründungsmitgliedern. Nach „Return to grey“, „Visions from the inside“ und dem letzten 2002er Album „Hit“ folgt nun „Vitalizer“, das dritte offizielle Album von A Spell Inside, die sich Anfang der 90er bis in die späten 90er einen Namen gemacht hatten und zuletzt mit dem 1998er Hit „Träume“ hatten punkten können. Der Song hat es auch auf diverse Sampler geschafft (z.b. die „Wellenreiter in Schwarz“-Reihe).

Mit neuem Label und neuer Frische melden sich A Spell Inside nun mit „Vitalizer“ zurück. Gleich der erste Song „Oxygen 1.0“ gibt einem die Luft zum Atmen und Tanzen. Mit sanften Keyboard-Flächen und einem knackigen Beat klingt die unverwechselbare und markante Stimme von Sänger Michael Roeder durch das Klanggebilde, welches zusätzlich im Hintergrund von einer E-Gitarre unterstützt wird. Tatsächlich werden A Spell Inside zur Unterstützung von befreundeten Musikern an der Gitarre unterstützt, um dem Rhythmus mehr Zack zu geben.
„Naked“ klingt flotter als der Einsteiger und besticht durch einen akzentuierten Elektrosound und regt das Tanzbein an, wobei man dazu sagen muss, dass die Musik schon etwas in Richtung Techno geht. „Pressure“ schaltet die Kanäle etwas zurück und beschränkt sich beinahe nur auf die Grundstruktur, wodurch der Song, gemischt mit dem Gesang, fast ein VNV-Futurepop-Song wird; sehr angenehm anzuhören und ganz und gar nicht erdrückend, wie der Titel suggerieren mag, obwohl es textlich um das mehr Verlangen von Druck geht.
Ein Countdown wird auf dem nächsten Song „One Dream“ gezählt, der in deutsch gesungen ist und eher seicht ist und in der Art wie „Träume“.
„Fields“ hält sich eher atmosphärisch und ist Low-Tempo-schleppend. Es gibt zwar Low-Tempo-Songs, die eine Spannung aufbauen können, aber hier bleibt diese meiner Meinung nach aus.
Sehr traurig und melancholisch ist „25th Hour“, das bisher eindrucksvollstes Stück auf „Vitalizer“. Die Flaute von eben machen A Spell Inside sofort wieder gut. Mit ein paar Sprachsamples und zum größten Teil Piano-Instrumental, kommt das Stück sehr gut rüber und bildet einen wirlichen sehr schönen Break in der Mitte des Albums mit einem wirklich raffinierten Ear-Hook.
Auf die Tube drücken sie wieder mit „Invalid“, „Let Go“, „These Days“ und „Believe“, was gewohnt A-Spell-Inside’isch ist. Mit „Regret (here comes the rain again)“ kommen auch wieder Future-Pop-Elemente ins Spiel, wie vorher bei „Pressure“, nur etwas härter.
„Resist“ geht in Richtung EBM, mit ein frühen FLA- und Nitzer Ebb-Basslines, was ich persönlich sehr gut finde, da sie dynamisch und treibend sind und der Gesang hervorragend passt.
„What if“ bildet den Abschluss von „Vitalizer“ und ist eher ein Rausschmeißer und Ausklinker.

Alles in allem haben die Neusser ein solides Album hingelegt. Einziger Kritikpunkt ist die Stimme von Michael Roeder, die zwar A Spell Inside unverkennbar macht, allerdings auch nicht variabel ist. Sie ist zum größten Teil gleichbleibend, was auf die Dauer monoton und anstrengend sein kann. Ein wenig mehr Mut das nächste Mal würde alles sicher interessanter machen.
An der Musik kann man sich festhalten, da diese ausgefeilt und nicht wie übliche Future-Pop-Sachen überladen ist, was das Ganze überschaubar macht.

Autor: Eniz

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