Der Titel „Paranoid Destruction“ sorgte für einiges Aufsehen und Aufhorchen und die tanzwütigen Scharen hofften auf einen weiteren Stern am Elektro-/Industrialhimmel. Nun endlich ist das Debütalbum des Trios da, das mit Spannung erwartet wurde.

Bandkurzbiographie:
Agonoize sind Olli S., Chris L. und Mike J., die sich im Jahr 2003 zu „Agonoize“ zusammenschlossen. Der Name leitet sich von „agonize“ wie „leiden/sich quälen“ ab, das eingeschobene „o“ sollte die angepeilte Musikrichtung festlegen.
Bereits im November 2002 legten Olli und Mike als Duo los und konnten so bei der Begegnung mit Chris (Live-Keyboard und Back-Vocals bei „Dance or Die“) bereits Material vorlegen, das ihn zur Mitarbeit überzeugte. So war ein Frontmann gefunden, während Olli und Mike weiter im Hintergrund werkeln, also für Komposition, Produktion und Mastering verantwortlich sind.
Die Begegnung mit Sven von Hellfire Productions brachte erste wichtige Kontakte, er übernahm auch gleich das Bandmanagement. Der aufgelebte Kontakt zu BLC Productions brachte nach einer älteren Veröffentlichung unter anderem Namen den jetzigen Status von „Agonoize“, den einer aufsteigenden Newcomerband…

Das Debüt:
Die bisherigen Veröffentlichungen schürten die Hoffnung auf ein neues musikalisches Kleinod und hier ist es: „Assimilation: Chapter One“. Allein der Titel lässt auf eine Fortsetzung und die notwendige Kreativität schließen, also haben wir sicher bald mehr von Agonoize zu erwarten. Doch kommen wir erst einmal zur aktuellen Scheibe.
Agonoize selbst verschreiben sich dem harten Elektro, dem Noise und Industrial. Eindeutig geprägt von großen Vorbildern wie Hocico, aber allen voran Suicide Commando, legen sie sich richtig ins Zeug, lassen dem Hörer kaum eine Atempause, allenfalls einen Titel zum geringfügigen Herunterfahren der Körperfunktionen, und stellen sich so musikalisch neben die mutmaßlich angepeilten Idole.
Eine raunende, fast geflüsterte Stimme gibt die Texte von sich, die in Gewitter aus Bässen, treibenden Melodien, einigen verspielten Geräuschen und somit einer sehr durchstilisierten Musik eingebettet sind. Eine Grundstruktur aus Keyboardklängen, um die sich der Rest der Lieder aufbaut, zieht sich durch das gesamte Album und garantiert Tanzbarkeit und bereitet Spaß.
Der etwa einstündige Erstling ist relativ leichte Kost, die sich aber erst beim mehrmaligen Hören als Dauerbrenner herausstellt. Eine gewisse Alltags- und All-Situations-Tauglichkeit beweist die Musik dadurch, dass sie problemlos nebenher dudeln kann, ohne dass man sich groß darauf konzentrieren muss.
Das Trio hat den Geist der Zeit völlig getroffen und präsentiert uns eine von vorn bis hinten tanzflächentaugliche Kreation, die die Clubs so schnell nicht verlassen wird. Da so ziemlich alle Lieder das Potenzial zum Clubhit haben, könnte hiermit einige Abwechslung in der Auswahl der Lieder getroffen werden. Allerdings liegt hier auch ein kleines Problem des Albums: Kaum ein Lied ist vom anderen groß zu unterscheiden.
Nach mehrmaligem Hören könnte man die Überzeugung der Band als anmaßend empfinden, es handele sich um ein Industrialalbum. Stilrichtungen sind sicher weit gefächert auslegbar, aber die allgegenwärtigen Keyboardklänge als Grundstruktur lassen selbst unter Berücksichtigung knarrzender Samples mit viel gutem Willen lediglich eine Einstufung in die Sparte Elektro mit sowohl Futurepop-, als auch Industrialanleihen zu.
Das Auffallendste am ganzen Album ist, dass man alles schon einmal irgendwo berühmter gehört hat. Man muss zugeben, dass alles recht gekonnt kopiert und das Ergebnis für eine erste Arbeit recht ansehnlich ist, aber wer auf eine Neuerung gehofft hat, wird hier derb enttäuscht sein.

Urteil:
„Assimilation: Chapter One“ mag einige Fans der schnelleren und härteren Gangart des Elektro begeistern, denen diese bestimmte Stilrichtung ganz besonders liegt. Andere werden aufgrund der Ideenlosigkeit nicht sonderlich glücklich mit ihrer Wahl sein. Die Scheibe ist zu sehr Durchschnittsware und gibt mustergültig derzeitigen Trends Futter, aber hebt sich weder negativ noch positiv von der Masse ab. Ich rechne „Agonoize“ dennoch sehr gute Chancen für das Album aus.
Nettes Debüt, ich bin gespannt auf die Entwicklung dieser Band.

Titel:
1.Death, murder, kill
2.Open the gate
3.Sexual violation
4.To paradise
5.Dad is dead
6.Soul of evil
7.Suffer
8.Die for blood
9.Paranoid destruction
10.Against
11.Poisoned earth
12.Lost you
13.Sheer naked aggression

Autor: Michael

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