Bedrohliche Atmosphären schaffen, unverständliche Sprachsamples, die wie ein Puzzlestück in die Tracks passen – das sind Naarmann & Neiteler, die mit dem neu gegründeten Label „Einzeleinheit“ und dem ersten Release „Schwester Thelesitis“ aufwarten.
Vom Konzept her kann man es in die Kategorie „Minimalelektro mit Industrialeinflüssen“ zählen oder in die selbstbetitelte Sparte „Schnittstellenmusik“ einordnen. Und so ist es dann auch. Oszillatorenbrummen wechselt sich mit düsteren und schwermütigen Industrialelementen ab, was unterm Strich zu einem innovativen Minimalelektro führt, mit dem man in einer zerstörten und außer Betrieb gesetzten Fabrikhalle gut Stimmung machen kann.
Das besondere ist, dass sich das Duo nicht an Regeln hält und das tut, wonach ihm ist. Im Stile des galakthoroe’ischen Karl Runau wissen die beiden, wie man Strukturen aufbaut und sie wieder demontiert. Oder aus dem Chaos wieder Neues bildet. Das tun sie nämlich durchgehend und es kommen interessante Gebilde dabei heraus: Verstörend und depressiv, atmosphärisch und dunkel. Da bleibt kein Raum für warme Lagerfeuer.
Ob es tanzbar ist, ist zu bezweifeln. Eher für Atmosphärenumwandlung gedacht machen Naarmann & Neiteler da auch keine Experimente.
Es ist ein gelungenes Debüt und zeitgleich ein guter Neustart, mit Informationsreduzierung, wo nur die Musik im Vordergrund steht. Daher ist die Homepage auch eher karg ausgefallen, was aber Absicht ist.
Die CD kommt in einer Stofftasche aus schwarzem Frotté, was auch noch mal einen optischen Anreiz bildet.
Wer also auf brachial-Industrial mit abwechselnden Minimalelektroelementen steht, sollte sich ruhig die Kostproben im mp3-Format auf der Homepage zu Gute führen.
Mein Urteil: Ein guter Start für ein Debüt.

Beziehen kann man das Album über den bandeigenen Shop.

Autor: Eniz

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