Sieben Jahre ist es her, seitdem Tuxedomoon das letzte Mal etwas von sich hören ließen. Nun sind sie mit „Cabin in the sky“ wieder da – und überraschen auf ganzer Linie…

Avantgarde – Das waren sie schon immer, die Herren von Tuxedomoon, jener Pop-, Rock-, Jazz-Combo aus Frisco, deren 1978er Clubhit „No tears“ in den verschiedensten Versionen dem schwarzen Völkchen seit jeher um die Ohren geballert wird. Wie sich der Sound Tuxedomoons anno 2004, also 26 Jahre später, anhört, beweisen die Kalifornier eindrucksvoll auf ihrem neuen Werk „Cabin in the sky“.
Zu hören sind komplexe Klanglandschaften aus Saxophon, Violine und Bass, virtuose Instrumentals und ungewöhnliche Gesangseinlagen, die im Großen und Ganzen unter dem Banner Jazz laufen könnten. Man ist scheinbar mit dem Alter auch reifer geworden bei Tuxedomoon, denn was bei „Cabin in the sky“ aus den Boxen schallt, ist weitab von dem, was der dunkelbunte Clubgänger von „No tears“ gewohnt ist. Man verfolgt eine neue Zielgruppe, hat der Minimalelektronik der Anfangstage den Rücken gekehrt und setzt auf eindrucksvoll vielschichtige Kompositionen mit „echten“ Instrumenten.

Zweifelsohne liefern die gereiften Herren mit „Cabin in the sky“ kein schlechtes Album ab, doch öffnet sich eine Kluft zwischen jenem Werk und den Werken der Anfangstage, so dass man sich ernsthaft fragen muss, ob mit der Reife, der musikalischen Wandlung und der Abkehr von Gewohntem nicht ein neuer Name für das Projekt Tuxedomoon besser angebracht wäre…

Autor: Marco

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