Nach Jahren des Wartens lösen Skinny Puppy endlich das Versprechen eines „richtigen“ Comebacks ein und beschreiten mit „The Greater Wrong of the Right“ Wege, die sie bereits auf dem Vorgänger „The Process“ teilweise eingeschlagen haben…
Doch ob sich das Warten und jahrelange Bangen der Fans gelohnt hat, ob all die Freudensprünge beim Bakanntwerden der Veröffentlichung des neuen Albums berechtigt waren, man mag geteilter Meinung darüber sein.
Das Album beginnt in guter alter Skinny Puppy Manier mit „I’mmortal“. Harte, von Skinny Puppy gewohnt stumpfe Beats und die metallisch-disharmonischen Klänge lassen die Euphorie über ein „typisches Skinny Puppy Werk“ noch höher aufflammen. Doch bereits der nächste Track, „Pro-Test“, holt den Hörer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und erinnert ihn schmerzlich an die Fehlgriffe des Masterminds cEvin Key auf dem Vorgänger „The Process“. Der Hip Hop-artige Gesang und die für Skinny Puppy sehr „harmlose“ Instrumentierung lassen diesen Track wie eine Mischung aus Run DMC und den schlechten Chart-Hits The Prodigy’s klingen…
Dieses doch relativ niedrige Niveau hält sich die nächsten drei Titel „EmpTe“, „Neuwerld“ und „Ghostman“. Erst ab dem sechsten Titel „d0wnsizer“ erkennt man Skinny Puppy wieder und von da an lässt sich auch durchaus Gefallen an „The Greater Wrong of the Right“ finden. Man hört die gewohnt metallisch-stumpfen Beats, die düsteren, apokalyptisch wirkenden Synths und die fies-aggressiven, verzerrten Stakkato-Gitarrenriffs. Einzig den für frühere Skinny Puppy Alben so bekannte, verzerrte und wie der Erschöpfung nahe wirkende Gesang vermisst man die komplette Platte über.
Insgesamt wirkt – vom Opener „I’mmortal“ einmal abgesehen – vor allem die erste Hälfte der Platte sehr ideenlos. Zwar versucht Key, hier und da mit neuen Elementen zu spielen, doch sind die mit Drum’n’Bass-Rhythmen, Trip Hop und Rap-Gesang nicht unbedingt glücklich gewählt. Ihren Höhepunkt findet die Einfallslosigkeit in „Neuwerld“, bei dem man das Gefühl hat, Key würde minutenlang wahllos an den Geschwindigkeits- und Klangreglern spielen. Ein Konzept fehlt diesem Song grundsätzlich…
Die zweite Hälfte des Albums kommt da schon dem Näher, was der Hörer von Skinny Puppy gewohnt ist und wofür sie geliebt werden. Doch sollte man sich vor dem Hören der Platte im Klaren darüber sein, dass „The Greater Wrong of the Right“ jegliches nostalgische Flair fehlt und man sich durchweg auf die ‚neuen’ Skinny Puppy einstellen sollte. Vielleicht lässt sich dadurch die ein- oder andere Enttäuschung vermeiden. Denn „The Greater Wrong of the Right“ ist mit Sicherheit kein schlechtes Album. Nur die Tatsache, dass es von Skinny Puppy stammt, ist beim Hören desselben sehr enttäuschend…
Autor: Marco












