„Halb so wild“ das ist progressiver Melodic-Rock mit schwermetallischen Einflüssen und einer hinreißenden weiblichen Stimme, die im Duett mit einem an Illuminate erinnernden männlichen Antagonisten harmoniert.

Die zweite CD von Ihnen nach „Stolz“ beeinhaltet 8 Tracks und braucht sich vor den anderen deutschsprachigen Melodic-Rockbands nicht zu verstecken. Die Mischung aus einerseits den Metal-Einflüssen und andererseits den melodischen Einflüssen machen die CD zu dem, was es ist: ein straightes Album, was durch eine ausgeklügelte und verspielte Synthese von Keyboardflächen und abwechselnden harten E-Gitarren und weichen Gitarren sich auszeichnet.
Vergleichbar sind sie nicht, die sechs Mitglieder von „Halb so wild“. Sie haben Ihren eigenen Stil und präsentieren nach dem Demo-Tape „Stolz“ nun „Lebe Wohl“. Unglücklicherweise wird es wohl auch die letzte CD werden und der letzte Auftritt am 8. April im Club Synchron in Dortmund stattfinden. Das sollte man nicht verpassen.

Aber bis dahin bleibt uns hier noch das Vermächtnis. Und das hat einiges zu bieten:
Neu und innovativ harmonieren die 6 Menschen miteinander und sind perfekt aufeinander abgestimmt. „Folge der Sonne“ der sechste Titel gefällt mir besonders. Die Melancholie, die das gesammte Album hindurch zu hören ist kommt hier besonders zum Tragen.
„Lass und ehrlich sein“ ist wie „Folge der Sonne“ tottraurig, aber ohne klischeéschwanger zu wirken oder nach Within Temptation oder gar Evanesence zu klingen.
Dass aber nicht nur Dani Pollei mit ihrer Stimme besticht, beweist auch Christian Trautmann bei „Geraubtes Glück“, dass er Ihr durchaus die Stirn bieten kann. Es scheint, als wäre der rote Leidfaden eine Tragödie zwischen den beiden, die das Bühnenstück von Sehnsucht, Einssamkeit und Melancholie in der heimischen Stereoanlage spielen.

Das letzes Lied auf der CD „Des Nachts“ beginnt mit einem Intro und besticht vor allem durch eine wunderbar im Hintergrund gehaltene Klaviermelodie und den vordergründigen beiden Stimmen der beiden Sänger. Und verabschiedet sich leise weinend aus dieser Welt.
Alles in allem ist ein sehr schönes Album gehört, wo man unbedingt reinhören sollte. Schade nur, dass es das letzte Werk ist. In diesem Sinne „Lebe Wohl“.

Halb so wild live:
Dortmund-Hörde – Club Sychron – 8. April 2004 – ab 20:00 Uhr

Line-Up:
Dani Pollei – Gesang
Christian Trautman – Gesang & Gitarre
Manuel Wiegmann – Gitarre
Richard Hamburger – Keyboard
Dominic Serwe – Bass
Susanne Enz – Schlagzeug

Autor: Eniz

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