Subway to Sally, das Urgestein des deutschen Mittelalter-Rocks, bringen frischen Wind in den inzwischen teilweise Mainstream-orientierten Musiksektor.
Dass sich dieser recht schnell als eine mitreissende steife Brise entpuppt, ist bei den sieben Potsdamern nicht weiter verwunderlich, und so treiben uns die neue Klänge zu neuen Ufern, mit Kurs hard „Nord Nord Ost„.
Nach ihrem in Fankreisen gemischt aufgenommenen Silberling „Engelskrieger„, welche von bösen Zungen als Rammstein-Klon verschrieen wurde, hat sich die Formation um den charismatischen Frontmann Eric Fish allem Anschein nach zu ihren Wurzeln zurückbesonnen, die harten Gitarren wieder in ihre Schranken verwiesen und den alteingesessenen Instrumenten wie Geige und Dudelsack ihren wohlverdienten Platz zurückgegeben.
Schwebte bei „Engelskrieger“ eine beklemmende Kälte angesichts der Lyrics über dem Hörer, so zieht sich die Kälte als Leitthema durch „Nord Nord Ost„, und ein Kontrast zwischen „Eis“ und „Feuer“ wird aufgebaut, welches sich sowohl in der Thematik, als auch in der musikalischen Begleitung der einzelnen Tracks niederschlägt.
Diesbezüglich wurde das Filmorcheser Babelsberg verpflichtet, welches zusammen mit den Mittelalter-Rockern einige der Stücke einspielte, und somit einen klassischen Part bildet, welcher sich mit den von Subway to Sally gewöhnten Klängen hervorragend ergänzt. Insgesamt wurden damit rund 40 Instrumente eingesetzt, sowie dreistimmige Chöre zur stimmlichen Unterstützung aufgeboten.
Was erwartet den Hörer nun auf „Nord Nord Ost„?
Nach dem Opener „Sarabande de noir“, einer abgewandelten Version von „Stille Nacht“, prasseln die saftigen Riffs der „Schneekönigin“ ein, deren frostige Gänsehaut durch die Hymne „Feuerland“ schnell wieder aufgetaut wird.
Hier werden langjährigen Fans aufatmen können, zeigen die Sieben doch hier, dass die „alten“ Klänge der Band noch lange nicht passé sind, und Subway to Sally ihrem ursprünglichen Stile treu bleiben.
„Sieben“, welche als Singleauskopplung bereits am 18. Juli erschien (Mindbreed Rezension), folgt als potentieller Ohrwurmsong an vierter Stelle, welcher bereits auf dem diesjährigen M´Era Luna sein Livequalitäten beweisen konnte.
„Lacrimae ´74“ schafft als ruhiges Akkustik-Intro eine kurze Phase der Entspannung, bis „Feuerkind“ in bester „Requiem“-Manier düster aus den Boxen dröhnt, während „Das Rätsel II“ eine Hymne auf die bisherigen Hits von Subway to Sally, sowie die langjährigen Fans und Konzertbesucher darstellt, wobei natürlich der Schrei und einige versteckte Seitenhiebe auf die Konkurrenz nicht fehlen dürfen.
Dem eher unspektakulären „S.O.S“ – Ruf folgen die tief-melancholischen „Eisblumen“, welche sowohl von Stimmung als auch der Kernaussage dem ein oder andere Zuhörer wie auf den Leib zugeschnitten scheinen, wobei sich bei genauen Zuhören die Frage nach der Ernsthaftigkeit dieses Stückes stellt…
Mit dem „Seemannslied“ endet die musikalische Reise durch Hitze und Kälte, und Subway to Sally fahren hier volles Potential aus: Erics markanter Gesang steigert sich zu bislang unbekannten Qualitäten, und wird im Refrain von einem mehrstimmigen Chor begleitet.
Ein Song, der unter die Haut geht, und ein würdiges Finale für dieses neue Album, welches ganz im Zeichen der musikalischen Tradition von Subway to Sally steht.
Ein absolutes Muss für jeden Sally-Jünger, und die perfekte akkustische Langzeitdroge für die ganz besonderen Stunde!
Passend zum neuen Album wurde auch die offizielle Homepage mit einem neuen Design und weiteren Informationen ausgestattet, ein Besuch lohnt sich also.












