Konzertbericht In Extremo Köln 4.6.2011 E-Werk

Nach der Veröffentlichung ihres neuen Albums Ende Februar (Mindbreed Review) wurde der Beginn der großen Sterneneisen-Tour von In Extremo heiß erwartet – so heiß, dass das ursprüngliche Auftakt-Konzert am 7. April in Köln schnell ausverkauft war.

Spontan plante die Band also einen Zusatzauftritt für den 6. April. Der „neue“ Tour-Auftakt war leider bis zum Abend nicht ausverkauft und dementsprechend erinnerte der Blick in die Halle zu Beginn eher an eine Generalprobe. Das tat der Stimmung jedoch besonders von Seiten der Bands keinen Abbruch!


Der Abend begann zunächst mit einem furiosen Auftritt von Fiddler’s Green, der deutschen Folk-Rock-Band aus Erlangen, bekannt für ihren irisch-schottischen Sound und wilde Punk-Einlagen. Bevor die Band die Bühne betrat wurde dem Publikum erstmal ordentlich eingeheizt: Von dem furchteinflößenden Bandgehilfen mit blutverschmiertem T-Shirt, Schottenrock, einem Schafskopf vor dem Gesicht und einer Haxe in der Hand!

Fiddlers Green 6.4.2011 Köln Von Anfang an sorgte Fiddler’s Green für Stimmung im Saal. Ob Aufforderungen zum Mitklatschen oder laute „Jump“-Rufe, die Fans feierten konsequent mit. Auch das ein oder andere Special hatte die Band mitgebracht, so zum Beispiel mit LEDs versehende Instrumente: Im abgedunkelten Saal hell leuchtende Bodhrán und Geigenbogen boten einen beeindruckenden Abschluss für diesen großartigen Auftritt!

Fotos von Fiddlers Green am 6.4.2011 im E-Werk Köln


Auf der großen Leinwand, die zuvor noch das Logo von Fiddler’s Green zeigte, erblickte das Publikum nun nach einer kurzen Umbauphase das Artwork des neuen In Extremo Albums: der Doppeldecker mit Band-Logo auf der Fahne flog langsam über der Bühne während aus dem Off „dieser Stern hat sieben Zacken, sieben Funken, sieben Macken“ durch das E-Werk dröhnt und In Extremo ankündigte. Nach den ersten Takten des Titeltracks Sterneneisen fiel die Leinwand und die Band erschien.

In Extremo 6.4.2011 Köln E-Werk Dies war einer der wenigen Tracks auf der Setlist vom neuen Album, es waren besonders die altbewährten Songs, die die Menge begeisteren – so lässt sich beispielsweise letztendlich nicht sagen, wer bei Erdbeermund das Tempo vorgab, Die Band oder das perfekt im Takt klatschende Publikum.

Nicht nur war dieses Konzert der Tourauftakt, es war auch ein ganz besonderes Jubiläum: die Band feierte zusammen mit den Zuschauern die einjährige Mitgliedschaft von Specki, der 2010 die Letzte Instanz verlassen hatte und seitdem bei In Extremo das Schlagzeug malträtiert.

In Extremo Köln 6.4.2011 Fotos Der Höhepunkt des Konzerts war jedoch der schon seit mehreren Songs immer wieder von Fans geforderte Spielmannsfluch! Hier übertraf sich die Band selbst mit Pyrotechnik und Lightshow – aber wenn man ehrlich ist, das Stück ist der Hit! Viel falsch machen kann man da nicht.

Sehr überzeugend waren auch die (hoffentlich) schauspielerischen Künste von Michael bei Viva la Vida. Das Szenario, um 6 Uhr morgens aus der Kneipe gekehrt zu werden, mit der letzten Flasche Wodka nach Hause zu wanken und dort festzustellen, dass man seinen Schlüssel verloren hat und die Wohnungstür aufbrechen muss, kennen wohl nur wenige – umso besser konnte man es sich bei dem Anblick von Michael vorstellen!

Fotos In Extremo 6.4. Köln Offiziell beendete die Band ihren Auftritt mit der Hymne Aufs Leben – doch danach folgten noch 4 Zugaben. Bei Gold fiel zu Beginn dezenter Goldglitter auf die Band nieder, im Laufe des Songs steigerte sich dies jedoch exzessiv bis zuletzt Dr. Pymonte mit einer Schubkarre voller Glitter über die Bühne wanderte und jedes einzelne Bandmitglied vergoldete – nach Konzertende musste die Bühne mit Laubbläsern gereinigt werden.

Darauf folgten Rasend Herz und Küss mich – und zuletzt beendete Omnia Sol Temperat dieses großartige Konzert.


Zwar war das Publikum nicht unbedingt das, was man von einem Tourauftakt erwartet, dennoch erfüllte das Konzert alle Erwartungen und übertraf sie noch! Die Fans können sich auf eine tolle Tour freuen mit allem was das Herz begehrt: Eine Wahnsinns Show, viele alte Songs, gute Laune und vor allem geile Musik!



Setlist: Sterneneisen // Frei zu sein // Liam // Erdbeermund // Zigeunerskat // Vollmond // Unsichtbar // Herr Mannelig // Horizont // Zauberspruch VII // Siehst du das Licht // Stalker // In diesem Licht // Ave Maria // Hol die Sterne // Spielmannsfluch // Rotes Haar // Viva La Vida // Sängerkrieg // Aufs Leben


Zugabe: Gold // Rasend Herz // Küss mich // Omnia Sol Temperat

Fotos von In Extremo am 6.4.2011 im E-Werk Köln

Bericht: Karla Deußer

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Matthias Irrgang
Von Anfang an dabei, lag mein Hauptaugenmerk zunächst vor allem auf der technischen Realisation des Magazins. Inhaltlich habe ich mich über die Jahre vom Allrounder weg, hin zu den Bereichen Konzertfotografie und Newsredaktion entwickelt. Man trifft mich regelmäßig vor den Bühnen diverser Clubs in NRW, sowie auf meinen Pflichtfestivals (M'era Luna, Amphi Festival).