20110930-20110930-IMG_2613Am Freitag, den 30. September gaben sich Diary of Dreams im Anker Leipzig die Ehre, um ihr 10. Studioalbum Ego:X den wartenden Fans zu präsentieren.

Schon vor dem offiziellen Einlass um 19:00 Uhr wartete eine lange Schlange schwarz gekleideter Menschen vor dem Eingang des Ankers. Pünktlich um 19:00 Uhr öffneten sich die Tore und die Massen drängten hinein. Eine gut organisierte und freundliche Einlasscrew gewährte eine schnelle und unkomplizierte Passage der Pforte. Der Saal drinnen füllte sich relativ zügig, schnell wurden die Imbiss- und Barzonen umlagert. Auch der Merchendisestand erfreute sich hoher Beliebtheit. Noch war es von der Temperatur her recht angenehm im Saal, was sich aber im Laufe des Abends schnell ändern sollte.
Gegen 20:00 Uhr betrat, nach einem langen Intro die Vorband, SHARON NEXT, die Bühne.

SHARON NEXT sind eigentlich Helmut Prixs, Michael Ruin, Eric Lontra und Anton Ritter aus Wien. In Leipzig standen allerdings nur drei Jungs auf der Bühne – Prixs und Lontra wurden dabei von Matt C. tatkräftig unterstützt. Die Band konnte in ihrer bewegten Vergangenheit schon einige Bühnenerfahrung sammeln. Sie supporteten unter anderem 2004 Blutengel und 2009 The Crüxshadows auf deren Touren. Nachdem sich SHARON NEXT 1995 gegründet hatte, trennten sie sich 2003 und fanden 2008 wieder zusammen. Ihr aktuelles Album heißt Fast Farewell und ist seit dem 09.07.2010 käuflich zu erwerben. Musikalisch liegen SHARON NEXT zwischen Synthiepop, New Wave, Rock und 80-er Jahre.

 

Die Band erhielt nach ihrem ersten Lied nur einen verhaltenen Applaus, was sich auch während der ganzen halben Stunde Spielzeit nicht änderte. Der Frontmann vermochte das Publikum weder durch seine Sangeskunst aufzuheizen und mitzureißen, noch versprühten seine Ansagen den Wiener Charme, den man erwartet hätte. Es wirkte alles ein wenig lieb- und emotionslos. Eine Textpassage brachte den kollektiven Publikumsgedanken auf den Punkt: „ und erlöse uns von dem Bösen.“ – was die Band auch 20:30 Uhr tat.

 

Punkt 21:00 Uhr wurde es erneut dunkel im Anker. Das Intro begann stimmig mit Licht und Ton und ließ auf ein grandioses Konzert hoffen. Unter tosendem Applaus betraten Diary of Dreams die Bühne und begannen ihr Set mit einem emotionsgeladenen „Giftraum“. Die Massen drängten nun zusehends Richtung Bühne, die Raumtemperatur schoss explosionsartig in die Höhe, was wohl auch merklich den Getränkeumsatz steigerte. Nach „The Wedding“ begrüßte Adrian Hates wertschätzend das Publikum, es dankte mit einem phrenetischen Applaus. „Lebenslang“, das erste Lied an diesem Abend vom neuen Album, wurde begeistert aufgenommen, die kanonenartig eingesetzte Lichtshow unterstrich die Stimmung des Songs perfekt. Generell verstehen es Diary of Dreams in ihren Konzerten einen großen Spannungsbogen aufzubauen, sodass auch dem letzten anwesenden Kritiker alle Zweifel schwinden und dieser begeistert mitfeiert. Der Frontmann weiß es aber auch wahrlich seinem Publikum so einzuheizen, dass der Serotoninspiegel stetig steigt. Beim vierten Lied „She“ (Freak Perfume, 2002) klatscht die Menge ausgelassen mit. „Grey the blue“ war die erste Ballade des Abends – Adrian sang sie gefühlvoll, aber auch mit großem Nachdruck in der Stimme. „Reign of Chaos“ nahm der Frontmann zum Anlass, sein Haar zu öffnen – das weibliche Publikum war nun nicht mehr zu halten. Die Temperaturen mittlerweile tropisch, der Anker kochte sprichwörtlich und dem wachsamen Auge des weiblichen kontinuierlichen Diary of Dreams Konzertbesuchers entging natürlich nicht, dass Adrians Haarpracht etwas an Länge eingebüßt hat. Doch zurück zur Setlist. Das „Echo in me“ folgte sogleich.

Als achtes Lied gaben die Jungs „MeinEid“ zum Besten. Die Masse wurde aufgefordert mit zu klatschen, was sie auch gern tat. Dieses Lied ist rückblickend wohl der Höhepunkt des Konzertes gewesen, „das erste veröffentlichte Stück der Band“ kommentierte Adrian.

20110930-20110930-IMG_2679Flex und Gaun:A hatten auch sichtlich Spaß an diesem Abend, spielten mal nebeneinander, hintereinander, standen auf den obligatorischen beleuchteten Podesten und wechselten munter ihre Positionen.
Die weiteren Stücke, False Affection, False Creation, Colors of Grey, Son of a Thief und Wahn!Sinn wurden durch das Publikum klatschend und mitsingend begleitet. Auch bei AmoK, King of Nowhere und Undividable verwandelte sich der Anker in einen großen Chor. Beim sechzehnten Lied „Butterfly Dance!“ ist nicht nur die Temperatur am Siedepunkt angelangt, sondern auch die Stimmung.
Danach verließen Diary of Dreams die Bühne. Das Publikum ließ nicht lang auf sich warten und verlangte eine Zugabe. DoD entsprachen dem Wunsch und spielten „The Curse“ – brachten die Stimmung somit zum Überkochen, mit „ Kindrom“ verstärkten sie dies zusehends. Selbst der Keyboarder headbangt nun ausgelassen mit.
Dann verließ die Band erneut die Bühne, doch die Menge will noch nicht so recht nach Hause gehen. Bei den nun folgenden „Menschfeind“ und „Chemicals“ kann keiner mehr still stehen. Als dritte Zugabe, welche den Ausklang des Abends einläutete, spielten Diary of Dreams „Immerdar“ und den lang erwarteten „Traumtänzer“. Kein Konzert darf ohne den Traumtänzer zu Ende gehen! Wie gewohnt begleitete das Publikum im Refrain den Sänger und konnte sich als Chor solo unter Beweis stellen, was ein enormes Gänsehautgefühl bescherte.

Fazit: Eine Ausnahmeband der den anwesenden Menschen ein grandioses und fulminantes Konzerterlebnis der Extraklasse darbrachte. Eine wohl ausgesuchte Mischung aus neuen und alt bewährten Leckerbissen der Diskografie, was wie jedes Mal Lust auf Mehr macht. Eines der wohl besten Touren und Konzerte die Diary of Dreams seither abgeliefert haben.

 

 

Setlist: Into:X // Giftraum // The Wedding // Lebenslang // She  // Grey the Blue // Reign of Chaos // Echo in Me // Mein-Eid // False Affection, False Creation // Colors of Grey // Son of a Thief // Wahn!Sinn // AmoK  // Undividable // King of Nowhere // Butterfly:Dance! // The Curse // Kindrom // Menschfeind // Chemicals // Immerdar //Traumtänzer 

 

 

Diary Of Dreams – 30.09.2011 – Anker, Leipzig

 

 

 

 

Bericht: Jana Friedel

Fotos: Mandy Privenau 

 

Werbung
Matthias Irrgang
Von Anfang an dabei, lag mein Hauptaugenmerk zunächst vor allem auf der technischen Realisation des Magazins. Inhaltlich habe ich mich über die Jahre vom Allrounder weg, hin zu den Bereichen Konzertfotografie und Newsredaktion entwickelt. Man trifft mich regelmäßig vor den Bühnen diverser Clubs in NRW, sowie auf meinen Pflichtfestivals (M'era Luna, Amphi Festival).