Edward Vert und Lady Angellyca gaben uns ein Interview zu ihrem Debüt „Alice´s Inferno„. Die beiden die in Spanien ansässig sind, gaben uns einen Einblick in ihr Konzeptalbum und dessen Entstehung .
Eniz: Zunächst einmal bedanke ich mich, daß ihr bereit wart für uns und unsere Leser ein Interview zu geben. Euer neues Album „Alice’s Infero“ wurde am 26.09.05 veröffentlicht. Könnt ihr in Euren eigenen Worten beschreiben, was für eine Band ihr seid und was sich hinter dem Bandnamen verbirgt, für diejenigen, die Euch nicht kennen?
Edwart Vert: “Forever Slave” ist eine Gothic Metal Band aus Spanien, mit weiblichen Vocals (Lady Angellyca), 2 Gitarristen (Servalath und Oswalth), Bass (Michael), Keyboards (Leal), Violen und Clear-Vocals. Ich selber spiele Schlagzeug und unterstütze mit tiefen verzerrten Stimme Lady Angellyca’s weiche Stimme. Wir versuchen den Hörer in die Welt von Alice einzuführen, den Hauptcharakter der Geschichte, die wir auf dem Album mit 10 Stücken, die bestückt mit Dark Ambient, großen orchestralen Arrangements und Metaleinflüssen sind, erzählen.
Eniz: Ihr habt Forever Slave im Jahre 2000 gegründet. Habt ihr vorher schon was veröffentlicht?
Edward Vert: Ja, erst zwei Mini-Demos „Hate“ und „Schwarzer Engel“, aber in einem völlig anderen Stil, was mit dem, was wir heute machen wenig zu tun hat. Die Band hat sich mit den Jahren verändert, sowohl im Stil, als auch in den Musikern. Das Demo „Resurrection“ war dann ausschlaggebend für das, was für heute machen:
Gothic Metal mit Dark Ambient Einflüssen und einer wichtigen Unterstützung des orchestralen Arrangements. Und dieses Demo gab uns die Möglichkeit bei Armageddon Music unter Vertrag zu kommen und unser Debüt „Alice’s Inferno“ aufzunehmen.
Eniz: “Alice’s Inferno” ist euer Debüt-Album mit Forever Slave. Ist danach irgendwas für die Zukunft geplant?
Edward Vert: Zunächst wollen wir erstmal auf die Bühne und das Album präsentieren. Natürlich haben wir schon angefangen an neuen Songs zu schreiben, wir wollen mit neuen Dingen weitermachen, verschiedene Möglichkeiten nutzen und ausprobieren.
Wir mögen es nicht, immer nur dasselbe zu machen und ich denke, das merkst du auch, nachdem du das Album gehört hast; jeder Song hat seine eigene Welt, vielleicht nichts mit dem neuesten zu tun, aber alles haben sie die Forever Slave Schönheit.
Lady Angellyca: Wir arbeiten an unserer Zukunft. Wir möchten ein einschlagendes Leben führen. Das ist unser Hauptziel im Moment. Wir planen einige Konzerte und Touren, vielleicht eine mögliche Tour mit After Forever, aber das ist in diesem Moment noch nicht spruchreif.
Eniz: Im Pressetext las ich, dass “Alice’s Inferno” ein Konzept Album ist. Die Geschichte handelt von einem Mädchen, was neben mit einem blutigen Messer neben Leichen aufwacht. Sie kann sich an nichts mehr erinnern und so reist sie in ihre eigene Hölle, um die Wahrheit herauszufinden.
Was brachte euch dazu, diese Geschichte zu schreiben? Ist es eine Art Reflektion eurer eigenen Ängste und Gefühle?
Es erinnerte mich an Dante Alighieri’s „Die göttliche Komödie“, in der der Protagonist durch die Hölle ins Paradies wandert…
Lady Angellyca: Ja, ein wenig. „Die göttliche Komödie“ ist ein satirisches Werk. Und das, was wir gemacht haben liegt eher in der Richtung der Romantik.
Das klingt jetzt etwas seltsam, aber als wir das Demo fertig hatten, entschieden wir uns neue Songs zu komponieren. Ich suchte nach einem Thema und ich konnte nichts interessantes finden. Dann, eines Nachts, träumte ich von dieser Geschichte und eine Stimme sagte dann, ich soll diese Geschichte niederschreiben. Am nächsten Morgen arrangierte ich die Story und gab dem meine eigene Note. Ich sagte ja, es klingt schon seltsam…
Mein Stil und die Geschichte liegt in der Inspiration von Alice im Wunderland, Dante’s Inferno und einem Science Fiction Buch über Paralleluniversen namens „One“. Auf der anderen Seite ist „Alice’s Inferno“ inspiriert von Philosophen aus der Romantik Epoche… Baudelaire, Schlegel, Goethe….
Meiner Meinung nach ist der Hauptcharakter Alice mit der ästhetischen Gothic-Kultur verbunden. Alice ist ein Gothic-Teenager, welche die Realität in der sie lebt ablehnt und so ihr eigenes Paradies, ihre eigene Realität sucht. Das nannten die Romantiker: künstliches oder verlorenes Paradies.
Eniz: Wollt ihr mit Forever Slave, dem Bandnamen, ausdrücken, dass jemand ein ewiger Gefangener in der (eigenen) Hölle ist? Oder warum habt ihr Euch für diesen Bandnamen entschieden?
Lady Angellyca: Wir wählten diesen Namen für unsere Band, weil diese beiden Wörter sehr vieldeutig sind. Zum Beispiel kann ein Sklave weiblich oder männlich sein, im sexuellen als auch im nicht-sexuellen Kontext.
Der Name entstand, als wir herumalberten. Wir legten viele Bedeutungen in diese beiden Wörter und das war großartig, weil jeder von uns konnte eine eigene Geschichte vorstellen: Forever Slave – und alles kann wahr oder falsch zur gleichen Zeit sein.
Forever Slave steht für mich für: ein Traum erschuf die Realität.
Eniz: Eure Musik klingt ein wenig nach Cremator und Theatre of Tragedy. Schwere Gitarren mit weichen weiblichem Gesang und harten männlichen Parts. Befürchtet ihr, dass die Hörer Parallelen zu diesen oder anderen Bands ziehen könnte?
Edward Vert: Meiner Meinung nach ist das Ergebnis von “Alice’s Inferno”, dass wir es mit verschiedenen Einflüssen erschaffen haben. Aufgrund der Einflüsse von sieben Musikern war es uns möglich, die Songs nicht nur in einer Richtung zu machen. So entstanden 10 Songs, die jedes Mal ein anderes Gefühl vermitteln.
Natürlich gibt es Elemente die auch andere Bands benutzen, wie zum Beispiel der Kontrast zwischen dem weiblichen und dem männlichen Gesang oder den Orchester Arrangements.
Aber die Vielfältigkeit aus Elementen, Gefühlen, der Mix auf Einflüsse – das sind die Dinge, welcheForever Slave unterscheidet. Wir haben nie zu uns gesagt: „Lass uns Musik machen, wie…“, wir haben uns bemüht etwas Spezielles zu machen. Es ist ganz gewiss keine Musikrevolution, aber ich bin mir sicher, dass es eine Forever Slave Atmosphäre hat.
Auf der anderen Seite wir sind offen für neue Ideen und lernen soviel wie möglich dazu.
Lady Angellyca: Forever Slave vermischen klassische Musik mit Instrumenten (Violine, Piano…) und Metal. Unsere Gitarren und Drums versuchen so kraftvoll wie möglich zu klingen. Meiner Meinung nach sind die meisten Gothic Bands für gewöhnlich sehr vom Doom Metal beeinflusst. Und Forever Slave ist mehr. Die Geschwindigkeiten sind auch verschieden.
Jedes Mitglied mag eine andere Musik und jeder von uns versucht das in die Band einfließen zu lassen. So kannst Du in unserer Musik Black, Death, Power und klassische Einflüsse finden. Unser Gitarrist Oswalth liebt Rock und Blues. Wenn Du seine Soli’s auf „Alice´s Inferno“ hörst, hörst Du das heraus.
Eine andere Sache ist, dass unsere Songs sehr düster sind, weil wir sie in recht düsteren Skalen schrieben. Diese Art von Skala war lange Zeit in Europa verboten, weil es so aussah, als ob wir Satanisten wären. Das war eine Art Satan zu beschwören. Aber nicht dass du mich missverstehst… Forever Slave folgt keiner Philosophie, wir machen lediglich Musik.
Aber Forever Slave ist eine Entdeckungsfahrt und du kannst eine Menge von versteckten Details finden, die nur von einem aufmerksamen Hörer entdeckt werden können. Sowohl in der Musik, als auch in den Texten und dem Artwork der CD.
Aus diesen Gründen ist der Stil von Forever Slave, denke ich, nicht nur eine klassische Gothic Band, was Du normalerweise hörst, sondern fällt aus der „Gothic/Schwarz“ oder „Schwarz/Gothic/Metal“ Etikette heraus. Vielleicht könnte das uns von anderen Gothic-Bands unterscheiden.
Eniz: Eure Musik beeinhaltet ein gewaltiges und enormes orchestrales Arrangement. Habt Ihr mit einem Orchester zusammengearbeitet. Es ist schwer zu glauben, dass die Sounds alle aus einem Keyboard kommen sollen…
Edward Vert: Es ist richtig, dass wir einen sehr wichtigen Schwerpunkt auf die Orchester Elemente legten. Aber momentan ist es uns nicht möglich mit einem Orchester zusammenzuarbeiten. Alles in „Alice’s Inferno“ kommt vom Keyboard. Wir hoffen, dass wir eines Tages die Bühne mit einem Orchester teilen können. Das würde traumhaft sein…
Eniz. Wie kam es, dass ihr Euch getroffen habt und entschieden habt, Musik zu machen?
Edward Vert: Forever Slave startete mit Lady Angellyca und Servalath (Gitarre) im Jahr 2000. Michael (Bass) kam dann schnell dazu. Verschiedene Leute kamen und gingen, bis Oswalt (Gitarre) und Leal (Keyboard) schließlich blieben. Die letzten waren Ignaz (Violine) und ich (Schlagzeug). Wir kannten uns alle vorher nicht. Jeder hat seine eigene Geschichte, wie er zu einem Forever Slave wurde (hahaha!).
Eniz: Wenn ich Interview mit ausländischen Künstlern machen, fragte ich oft nach der Musikszene dort. Wie ist die Musicszene und was für Unterschiede bemerkt ihr, wenn ihr das mit Deutschland vergleicht?
Edward Vert: Nun, meiner Meinung nach besteht ein großer Unterschied zwischen Spaniens und Deutschlands Musik Szene. Unglücklicherweise haben wir nicht so viele Leute, die Metal hören. Die meisten hören hier Pop, Disco, Dance Musik.
Einige mögen Rock oder Punkrock und eine Minderheit unterstützt den Metal oder extremen Metal. Wir hätten hier gerne mehr Metal Festivals und Konzerte, aber vielleicht ist das größte Problem, dass die Medien das nicht wirklich unterstützen oder versuchen es in die Gesellschaft zu integrieren. Ich hoffe, dass sich das ändert!
Eniz: Ward ihr jemals auf dem M’era Luna Festival oder dem WGT und wenn ja, was für Eindrücke konntet Ihr dort für Euch mitnehmen, die Euch dann beeinflussten?
Edward Vert: Nein, bisher hatten wir nicht die Möglichkeit, aber wir würden gerne und wenn wir eines Tage eingeladen werden sollten dort aufzutreten, wäre das für uns eine große Freude.
Eniz: Sind Konzerte geplant in Europa und speziell in Deutschland?
Edward Vert: Mit dem Debüt wollen wir so viele Konzerte wie möglich spielen. Wir würden auch gerne andere Länder besuchen und nicht nur in Spanien auftreten. Wir arbeiten daran Termine zu finden. Ich hoffe, wir können das so bald wie möglich umsetzen.
Eniz: So weit bedanke ich mich im Namen meiner Redaktion und unsere Leser, dass ihr uns das Interview gegeben hat. Viel Glück mit dem Album und bis bald.
Edward Vert: Danke auch für das Interview und ich wünsche dir und den Lesern viel Spaß mit “Alice’s Inferno„. Wir sehen uns bei den Konzerten!
Lady Angellyca: Vielen Dank für das Interview und schöne Grüße an das Mindbreed Team und die Leser. Und wenn ihr mehr über uns erfahren wollt, besucht unsere offizielle Homepage. Danke noch mals für alles.
Autor: Eniz












