„Demons of Hate“, das dritte Album von X-Fusion, ist bereits erschienen. Jan, der als One-Man-Band hinter all dem steht, war trotz großem Termindruck gerne bereit, Rede und Antwort zu stehen. Er gibt Einblick in die zukünftigen Pläne, auch über die seines Nebenprojekts NOISUF-X.
Eniz: Dein drittes Album ist in diesen Tagen nun erschienen. Im Vergleich zu „Beyond the Pale“ hast du den Fuß kräftig vom Gaspedal genommen. Ich persönlich finde es entspannender und auch die Songs sind akzentuierter, man hört mehr Details raus. Haben die Kritiken zu der letzten Platte dich zu diesem Entschluss bewegt?
Jan: Nein, definitiv nicht. Plattenkritiken würden niemals meine Sounds beeinflussen. Würden sie das tun, würde ich ganz andere Musik machen. Ich habe auf den ersten 2 CDs sehr schnelle Tracks benutzt und brauchte die Abwechslung. Außerdem war es mir wichtig, eine düstere Atmosphäre zu erzeugen und Musik zu schaffen, deren Ziel nicht der Clubeinsatz ist. Deshalb habe ich weder auf Tanzbarkeit noch auf kommerzielle Verwertung hin produziert.
Eniz: Was neu ist, ist, dass du nun einen Song mit drauf hast mit deutschen Texten. Wird man in Zukunft öfters so was hören?
Jan: So neu ist das gar nicht. Schon auf meinen Demo-CDs gab es deutschsprachige Tracks, welche teilweise auf der Bonus-CD von „Demons of hate“ enthalten sind. Auch wenn es eher selten ist, habe ich manchmal das Bedürfnis, einen Text in meiner Muttersprache zu schreiben, welche es mir ermöglicht, mehr mit ihr zu spielen und bestimmte Sachen anders zu sagen, als ich es im Englischen tun würde.
Eniz: Und wieder habe ich natürlich eine Sample-Frage, die mir wirklich sehr am Herzen liegt. Ich weiß, man sollte keinen Koch nach seinen Rezepten fragen, aber woher ist das Sample in „Masochist“?
Jan: Bei dieser Frage bleibt der Koch mal schweigsam :-)
Eniz: Dein Debüt kam 2003 mit „Dial D for Demon“, das jetzige Werk nennst du „Demons of Hate“. Dämonen scheinen es dir angetan zu haben. Wird es in Zukunft weiter in diese Richtung gehen?
Jan: Meine Musik ist größtenteils sehr persönlich und es geht oft um Dämonen, womit ich Auslöser negativer Emotionszustände bezeichne. Ich denke schon, dass es in Zukunft so weitergehen wird und ich mich musikalisch mit Themen beschäftige, die mich bewegen, ärgern oder mich sonst irgendwie beschäftigen.
Eniz: Was hat sich für dich in den letzten 2 Jahren geändert (abgesehen vom Promo-Streß)? Wieviel Platz nimmt X-Fusion in deinem Leben ein und denkst du jetzt über einen eventuellen Live-Auftritt nach?
Jan: X-FUSION nimmt nicht nur einen sehr großen Teil meines Lebens ein, sondern gehört auch einfach dazu seit ich Musik mache. Was sich sehr verändert hat, ist, dass ich mich um viel mehr Sachen kümmern muss, die mit dem Musikmachen an sich nicht mehr viel zu tun haben und dass dadurch eine Menge Zeit verloren geht. Aber auch diese Sachen gehören natürlich dazu.
Live-Auftritte wird es mit X-FUSION nicht geben. Eventuell wird es die mit meinem Nebenprojekt NOISUF-X geben. Geplant ist aber noch nichts.
Eniz: Auf „Near End“ machst du den Hörer auf die Unweltverschmutzung und –zerstörung aufmerksam. Engagierst du dich dafür auch privat?
Jan: Engagieren wäre wohl zuviel gesagt. Ich achte darauf, meine Umwelt nicht mehr zu belasten als nötig. Andererseits denke ich aber auch, dass es schon viel zu spät ist, sich zu engagieren. Wir können sowieso nur noch den Zeitpunkt des „nahen Endes“ etwas nach hinten verschieben, jedoch nicht aufhalten.
Eniz: Du hast auch wieder ein Video zu „Demons of Hate“ gedreht, was man im Forumsbereich deiner Homepage www.x-fusion.com nach vorheriger Registrierung anschauen kann. Auffallend, auch in der neuen Galerie, sind die Fotos, wo du recht häufig mit einem Jesuskreuz in der Hand zu sehen bist. Auch die Kapuze über den Kopf erinnert an einen Mönch. Also, kurzum: alles recht religiös gehalten. Es scheint, dass du nach bzw. zu jedem Album einen anderen Themenbereich behandelst. Wieso diesmal der „Mönch“?
Jan: Mit den Waffen auf den Fotos ging es mir eher darum, dem Hörer bildlich die Pistole auf die Brust zu setzen oder auszudrücken, wie ernst es mir ist. Mit den neuen Fotos möchte ich einerseits die Atmosphäre des neuen Albums visuell unterstützen, andererseits auch eine gewisse Scheinheiligkeit anprangern, wie sie nicht nur in Religionen, sondern auch in Konzernen und Politik anzutreffen ist. Daher die sich abwechselnden Bilder mit Kreuz und Waffe.
Eniz: Vorher war es die Pistole, die du dir in den Mund gesteckt hast oder jemand selbige dir an den Hinterkopf gehalten hat… von Selbstzerstörung zum frommen Mönchen?
Jan: Nein. Meine Einstellungen haben sich nicht geändert. Ich beleuchte nur verschiedene Perspektiven.
Eniz: Die Samples aus „Demons of Hate“, die unüberhörbar aus „Der Exorzist“ stammen, bestätigen auch diese Annahme…
Jan: Na denn :-)
Eniz: Du hast auch für das Internet-Radio DigitalGunfire.com einen Jingle gemacht. Wie kam es zu dieser Kollaboration?
Jan: Also Jingles, Teaser, Intros oder Station-ID´s für diverse Internet- und Lokalradios habe ich schon desöfteren gemacht. Ich werde oft von Radios angesprochen und danach gefragt.
Eniz: Und zu guter letzt: Was können die Hörer in Zukunft von dir erwarten? Was sind die nächsten Pläne?
Jan: Als nächstes wird noch dieses Jahr das Debutalbum „Antipode“ meines Nebenprojektes veröffentlicht. Weitere Pläne, was meine Musik angeht, habe und mache ich auch nicht.
Wenn es soweit kommt, dass ich Musik plane, steige ich aus und suche mir ein anderes Hobby.
Eniz: Danke, dass du trotz Stress so geduldig warst, auf meine Fragen zu antworten und ich wünsche dir von ganzen Herzen viel Erfolg mit dem wirklich sehr gelungenen neuen Werk.
Jan: Danke, ist doch mein Job :-)
Autor: Eniz












